Türkei: AKP stellt bei Kommunalwa​hlen Kandidatin​nen mit Kopftuch auf

Offenbar möchte die AKP bei den kommenden Kommunalwahlen weitere Schritte bei der Aufhebung des Kopftuchverbots vornehmen. Es sollen Wahlkandidaten mit Kopftuch aufgestellt werden. Doch Erdoğan verlangt auch die Abschaffung der Kleiderordnung für Staatsmänner. Die Türkei solle sich an Indien ein Beispiel nehmen.

Der türkische Ministerpräsident Erdoğan möchte bei den anstehenden Kommunalwahlen 2014 Kandidatinnen mit Kopftuch aufstellen. Namen könne er aktuell nicht nennen. Die Personen stehen noch nicht fest.

Zudem sei es unverständlich für ihn, warum sich auch Staatsmänner an eine Kleiderordnung halten müssen. So gebe es Länder, in denen die Staatsbediensteten ihre kulturell gewachsenen Trachten tragen, berichtet internethaber.com.

„Ich sage ihnen, dass man sich nicht in die Lebensweisen anderer Menschen einmischen darf. Ich denke jetzt an Indien. Sie sehen, dass der dortige Premierminister auf internationalen Veranstaltungen die eigenen Kleider trägt. Niemand hat dem etwas entgegen zu setzen. Bei uns wird so etwas nicht geduldet.“

Von der aktuellen Kopftuch-Reform in türkischen Institutionen seien die türkische Armee, die Judikative und die Polizei ausgenommen. „Diese Institutionen haben ihre eigenen Vorgaben. Die werden das selbst entscheiden. Doch auch sie werden von sich aus die nötigen Schritte unternehmen“, so Erdoğan.

Am Montag hatte Erdoğan im Rahmen des neuen „Demokratiepakets“ gesagt, dass das Kopftuchverbot für Frauen im Staatsdienst gefallen sei. Die Debatten um das Kopftuch wurden in den vergangenen Jahren sehr hitzig geführt. Regierungskritiker werfen der AKP eine „schleichenden Islamisierung“ vor.

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