Kampf gegen den Terror: Somalia will gemeinsame Sache mit der Türkei machen

Somalia möchte in Terror-Fragen enger mit der Türkei zusammenarbeiten. Das kündigte der somalische Premierminister Abdi Farah Shirdon an. Das Land am Horn von Afrika ist einer ständigen Bedrohung durch die Al-Shabaab-Miliz ausgesetzt. Genau jene der Al Qaida nahestehende Organisation, die erst vor kurzem ein Blutbad in einem Einkaufszentrum in Kenia anrichtete.

Der somalische Premierminister Abdi Farah Shirdon hat eine engere Kooperation der Türkei und seiner Heimat angekündigt. Konkret soll es um eine Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen und bei der Terrorismusbekämpfung gehen. Bisher engagierte sich die Türkei vor allem in humanitären Fragen.

„Noch sind die offiziellen Unterschriften nicht getätigt, eine mündliche Einigung wurde aber bereits erzielt. Die Türkei wird uns mit Training und Support im Bereich Terrorismus unterstützen“, so Shirdon in einem Interview mit der Zeitung Yeni Şafak am 3. Oktober.

Für Somalia ist die Al-Shabaab-Miliz eine permanente Bedrohung. Die der Al Qaida nahestehende terroristische Organisation hat die Herrschaft über weite Teile Südsomalias und setzt dort eine strenge Auslegung der Schari’a durch. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates. Am 6. August 2011 konnten die Islamisten durch somalische Soldaten und die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) aus Mogadischu vertrieben  werden. Zuvor hatte die Regierung nur die Hälfte der Hauptstadt unter Kontrolle. Aber: „Seit einigen Wochen wird die somalische Hauptstadt wieder von Hinterhalten, Morden und Selbstmordanschlägen heimgesucht“,  so Muhyadin Ahmed Roble und Yusuf Ahmed von Schattenblick. Vor gut zwei Wochen geriet sie erneut in die internationalen Schlagzeilen, als sie ein Blutbad in einem Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi anrichtete (mehr hier).

Shirdon war nun auf Einladung des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan nach Istanbul gekommen. Bei dieser Gelegenheit stellte er heraus, dass die Türkei das Land wäre, mit dem man die engsten Beziehungen pflege. Dabei gehe es um mehr als um rein ökonomische Verbindungen, so Shirdon, der in diesem Zusammenhang auf Erdoğans Besuch im August 2011 verwies (mehr hier): „Der 19. August 2011 hat eine ganz besondere Bedeutung. An diesem Tag besuchte Erdoğan unser Land. Das Schicksal Somalias hat sich an diesem Tag verändert.“ Bis zu diesem Zeitpunkt wäre niemand gekommen. Das Land wäre nahezu isoliert gewesen. Seitdem würden jedoch auch andere Staaten Interesse zeigen und auch die Medien würden über Somalia berichten.

Die somalische Delegation traf sich während ihrer Visite Ende September mit türkischen Beamten aus mehreren Institutionen, einschließlich der Außen-, Gesundheits-und Justizministerien. Darüber hinaus gab es Zusammenkünfte  mit türkischen Geschäftleuten und lud sie zu Investitionen in Somalia ein.

Besonders hervorgetan hat sich die Türkei bisher mit ihrer humanitären Hilfe für Somalia. Das Land gehörte 2011 zu den Top Ten der Staaten, die mit türkischen Hilfsgeldern bedacht wurden (mehr hier). Bereits im Februar 2012 wies der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am Rande der Somalia-Konferenz in London darauf hin,  dass die dort teilnehmenden Staaten die Türkei für ihren „konstruktiven Beitrag zum Wiederaufbau des Landes” gelobt hätten. Alles, was die Türkei versprochen hätte, sei auch umgesetzt worden. Gegenüber den anwesenden Journalisten stellte Davutoğlu zudem heraus, dass die Hilfe der Türkei für Somalia keineswegs strategische Gründe habe, sondern diese aus humanitärer Verantwortung heraus geleistet werde.

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