NSU-Morde: Zeuge Florian H. verbrennt im Auto

Ein wichtiger Zeuge im NSU-Fall ist in seinem Auto verbrannt. Der Wagen soll zunächst explodiert und dann ausgebrannt sein. Doch die Polizei vermutet einen Selbstmord. Florian H. sollte vom Staatsschutz vernommen werden. Bei einer früheren Befragung hatte er auf eine zweite NSU-ähnliche Terrorgruppe hingewiesen. Der Verstorbene war ebenfalls in der rechtsradikalen Szene aktiv.

Ein wichtiger Zeuge zu den NSU-Morden ist in der vergangenen Woche in seinem Auto verbrannt. Das LKA Baden-Württemberg wollte ihn zu möglichen Komplizen des NSU-Trios befragen.

Florian H. soll sich nach Angaben der Polizei offenbar aus Liebeskummer das Leben genommen haben. Doch Zeugen sollen gesehen haben, wie das Auto des 21-jährigen Mannes explodiert ist. Im Anschluss soll es ausgebrannt sein. H. soll sich ebenfalls in rechtsradikalen Kreisen aufgehalten haben.

Noch eine Terrorgruppe vorhanden?

Er wurde schon 2012 zum NSU-Mord an Michele Kiesewetter befragt. Darüber habe er nichts gewusst. Doch er soll Hinweise auf eine weitere rechtsradikale Terrorgruppe im Untergrund gegeben haben, berichtet die Berliner Zeitung. So gebe es im Land Baden-Württemberg eine NSU-ähnliche Gruppe, die sich „Neoschutzstaffel“ (NSS) nennt. Florian H. habe die Gruppe als „zweitradikalste Gruppe“ neben der NSU bezeichnet. Es soll auch zu einem Treffen zwischen dem NSU-Trio und der NSS gekommen sein.

DGB-Sekretärin Silke Ortwein fordert die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Fall Florian H. und den NSU-Morden, schreibt Brigitte Fritz-Kador von der Rhein-Neckar-Zeitung in einem Artikel. Bisher ist Baden-Württemberg das einzige Bundesland, welches keinen NSU-Untersuchungsausschuss einberufen hat.

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