Ex-Clinton-Berater: Obama und Erdoğan sind keine Freunde mehr

Alan Makovsky, Berater unter Bill Clinton und Nahost-Analyst, gibt den regionalen Ambitionen der Türkei keine Chance mehr. Ankara habe mit seiner Unterstützung für die Muslimbrüder auf das „falsche Pferd“ gesetzt. Für Obama könne die Türkei kein Modell für die Region werden. Erdoğan habe sein Vertrauen bei Obama verspielt.

Der ehemalige Nahost-Berater Bill Clintons, Alan Makovsky, sieht Risse in den türkisch-amerikanischen Beziehungen. US-Präsident Obama und Premier Erdoğan seien keine engen Freunde mehr. Weder politisch noch persönlich. In der Vergangenheit sah Obama im türkischen Ministerpräsidenten sogar eine „Autorität“ im Nahen Osten. Doch das sei nun vorbei.

Ankara habe zu oft auf das „falsche Pferd“ gesetzt. Insbesondere die Unterstützung für die Muslimbrüder in Ägypten sei falsch gewesen. „Die Idee, dass die Türkei als Modell für die Region dienen kann ist verschwunden“, so Makovsky auf einer Podiumsdiskussion des türkisch-amerikansichen Rethink Institute in Washington D.C. Vergangenes Jahr gehörte Erdoğan neben Angela Merkel, David Cameron, Lee Myung-bak und Manmohan Singh zum engsten Freundeskreis Obamas.

„Es ist nicht so, dass die Partnerschaft zwischen den USA und der Türkei aufgekündigt wird. Auf keinen Fall. Doch die verbindenden Elemente werden weniger. Die waren in der Vergangenheit so stark, dass die Probleme der Türkei mit Israel in den Hintergrund rückten. Erdoğan hatte exzellente Beziehungen zum Weißen Haus.“

Für das Konzept der Null-Problem-Politik des türkischen Außenministers Davutoğlu hat Makovsky auch nicht viel übrig. Vor einigen Jahren habe es eine Menge Stimmen in Politkreisen Washingtons gegeben, die das Konzept amüsant und „naiv“ fanden.

„Ich glaube, dass das Konzept nicht mehr als ein Slogan war. Am Anfang diente es der Annäherung mit den islamischen Staaten des Nahen Ostens. Das war in Ordnung. Die Türkei hätte jeder als Vermittler akzeptiert. Doch dann begann Ankara sich überall direkt einzumischen. Dieser Interventionismus war falsch.“

Die erfolgreichste Außenpolitik habe die Türkei unter dem aktuellen Präsidenten und ehemaligen Außenminister, Abdullah Gül, umgesetzt, so Makovsky.

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