Türkei: Erdoğan liebäugelt mit Präsidents​chaft

Premier Erdoğan will offenbar nicht ablassen von seinen Präsidentschafts-Ambitionen. Als sein größter Kontrahent wird Abdullah Gül gehandelt. Innerhalb der AKP haben beide ihre Unterstützer. Das könnte die Partei schon bald vor eine Zerreißprobe stellen.

Der türkische Ministerpräsident Erdoğan ist nach wie vor interessiert an einer Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im August 2014. Das könnte das Verhältnis zwischen ihm und den aktuellen Präsidenten Abdullah Gül verschlechtern.

Doch Erdoğan möchte nur kandidieren, wenn er von seinen eigenen Parteikollegen dazu aufgefordert wird. „Unser System beruht auf Konsultationen. Der wichtigste Teil dieser Konsultation ist für mich meine Partei“, sagte er in einem Fernsehinterview auf atv.

Er werde jede Aufgabe erfüllen, die seine Partei ihm auftrage. Doch es gebe keine endgültige Entscheidung. Schon 2011 sagte Verkehrsminister Binali Yıldırım, dass Premier Erdoğan 2014 Präsident werden solle. „Natürlich wollen wir unseren Premierminister als den nächsten Präsidenten sehen“, so Yıldırım. Doch der kommende Präsident werde durch eine Volksabstimmung gewählt werden.

Hüseyin Tanriverdi, stellvertretender Vorsitzender der AKP, sagte, dass die Partei eine Kandidatur von Gül für dieses Amt begrüßen würde. Wenig später musste er auf Druck seiner Parteikollegen seine Aussage zurücknehmen (mehr hier).

Es gibt innerhalb der AKP zwei Lager. Ein Lager unterstützt Präsident Abdullah Gül und das andere Lager Premier Erdoğan. Bis zu den Präsidentschaftswahlen könnte sich dieser Konkurrenz verschärfen. Unruhe innerhalb der AKP ist offenbar vorprogrammiert.

Mehr zum Thema:

CHP-Abgeordneter warnt: Erdoğan will eine Diktatur
Präsidialsystem in der Türkei: Mehr als 65 Prozent sagen Nein
Türkei: Kurdischer Frühling könnte Erdoğan Präsidents​chaft bescheren

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.