Zuwanderung: Medwedew will keine „ethnischen Enklaven“ in Russland

Der Kreml will dem Aufflammen ethnischer und religiöser Konflikte in den Städten Russlands vorbeugen. Die Entstehung von ethnischen Stadtvierteln soll unterbunden werden. Einwanderer seien grundsätzlich willkommen. Im vergangenen Jahr sagte Präsident Putin, dass Russland ein Vielvölkerstaat sei. Nur so könne das Land eine starke Rolle in der Welt spielen.

Russlands Premierminister Dmitry Medwedew möchte keine „ethnischen Enklaven“ in den russischen Städten. Damit meint er Viertel, in denen die Einwanderer abgesondert von der Mehrheitsgesellschaft leben. Eine derartige Entwicklung könne nur zur Isolation von Einwanderern und Ausländerfeindlichkeit führen. Doch Einwanderer seien grundsätzlich immer willkommen.

Russland ist nach den USA das zweitgrößte Einwanderungsland der Welt. Aktuell leben elf Millionen Nicht-Russen im Land. Deutschland liegt mit zehn Millionen Nicht-Deutschen auf dem dritten Platz, berichtet RT.

Moskau hat ein großes sicherheitspolitisches Interesse daran, Einwanderer möglichst gut zu integrieren. Auf der anderen Seite versucht der Kreml rechtsradikale Gruppierungen einzudämmen. Denn jeder ethnische Konflikt ist eine Bedrohung für die Einheit der Russischen Föderation.

Darauf hatte Präsident Wladimir Putin schon 2012 hingewiesen, berichtet The Moscow News.

„Jemand, der Russland zerstören möchte, würde dies durch das Ausspielen der ethnischen Karte tun. Wir sind ein multiethnisches Land. Aber 80 Prozent sind Russen. Ich spreche zu allen Russen und Nicht-Russen. Unsere Ahnen haben dieses Land für 1000 Jahre als Vielvölkerstaat gegründet. Wenn jemand meint, dass ein ethnisch reiner Staat an seine Stelle treten soll, dann tut er das, weil er die Zerstörung des Landes anstrebt. Derartige Menschen verstehen nicht, dass dies den Abstieg Russlands zu einer drittklassigen Regionalmacht bedeuten würde.“

Offenbar ist sich der Kreml über die Sprengkraft ethnischer und religiöser Konflikte bewusst. Putin hat in der Vergangenheit bei der Bekämpfung radikaler Gruppen keine Ausnahmen gemacht. Sowohl Salafisten als auch Rechtsradikale stehen unter Beobachtung.

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