Syrien: Reiche Araber-Scheichs finanzieren den „Dschihad“ gegen Assad

Der syrische Bürgerkrieg zwischen der bewaffneten Opposition und den Assad-Truppen tobt weiter. Doch ohne finanzielle und logistische Unterstützung der Golfstaaten, wären die Rebellen schon längst besiegt.

Tausende von radikal-islamistischen Kämpfern befinden sich in Syrien. Sie kämpfen gegen das Assad-Regime und möchten aus Syrien einen Gottesstaat machen. Unterstützt werden sie von reichen Scheichs aus den Golfstaaten. Denn die teilen nicht nur die strategischen Ziele der Islamisten, sondern auch deren politische Ideologie. Auch für sie ist der „Dschihad“ gegen Baschar al-Assad eine Pflicht.

Dabei gehört neben Saudi Arabien und Katar, auch Kuwait zu den wichtigsten Unterstützern der bewaffneten Islamisten. Zu Beginn des Bürgerkriegs in Syrien ergriff das Land am Persischen Golf öffentlich Partei für die Freie Syrische Armee (FSA). Sie machten kein Geheimnis aus ihrer Feindschaft gegen Assad und den Iran. Doch je länger der Krieg dauerte, desto vorsichtiger wurde das Emirat Kuwait mit seinen Äußerungen. Im Juli 2013 sagte das Staatsoberhaupt Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, dass Kuwait seit Ausbruch des Kriegs unpolitisch gewesen ist. „Wir sind weder für noch gegen eine Bewaffnung [der Rebellen]“, zitiert BBC den Scheich.

Dieser rhetorische Umschwung der Kuwaitis hat innenpolitische Gründe. Der Bürgerkrieg in Syrien wird immer mehr zu einem Krieg zwischen Sunniten und Schiiten. Kuwait selbst besteht zu 65 Prozent aus Sunniten und zu etwa 35 Prozent aus Schiiten. Das Verhältnis zwischen beiden Konfessionen war in der Vergangenheit immer sehr angespannt. Kuwait könnte ein ähnlicher Bürgerkrieg wie in Syrien drohen.

Doch die Scheichs des Emirats veranstalten in regelmäßigen Abständen Geberkonferenzen. Dort wird Geld für die FSA und die radikal-islamistischen Milizen gesammelt. So fand Ende Juni eine Zusammenkunft von wohlhabenden Scheichs statt. Es sollten Gelder für die Bewaffnung von insgesamt 12.000 Kämpfern gesammelt werden. Innerhalb von vier Stunden wurden 282,500 US-Dollar gesammelt, berichtet Reuters.

Die Scheichs halten an ihrer Unterstützung für die islamistischen Rebellen fest. Die sind aufgrund von Kriegsverbrechen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. So haben sie vergangene Woche in der Stadt Latakia ein Massaker verübt. Bei dem Massaker wurden 190 Menschen getötet und 200 weitere Menschen entführt (mehr hier).

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