Angst vor Unruhen: Moskauer Polizei verstärkt zum Opferfest die Sicherheitsmaßnahmen

Gewaltsame Ausschreitungen, wie es sie am Wochenende nach der Ermordung eines jungen Russen gegeben hat, sollen sich nicht wiederholen. Aus Angst vor weiteren Unruhen hat die Moskauer Polizei an diesem Dienstag ihr Sicherheitsaufkommen erhöht. So soll ein friedliches islamisches Opferfest sichergestellt werden.

Russische Migranten müssen sich während der Zeit des islamischen Opferfestes offenbar besonders vorsehen. Interessenvertretungen haben die  überwiegend aus muslimischen ex -sowjetischen Staaten in Zentralasien und im Kaukasus stammenden Menschen vor einem erhöhten Anschlagsrisiko gewarnt. Die Stimmung in Russland ist aufgeheizt. Erst am Wochenende war es zu den schlimmsten rassistisch aufgeladen Unruhen in Moskau der vergangenen drei Jahren gekommen.

Am Sonntag kam es zu schweren Ausschreitungen zwischen der Moskauer Polizei und Rechtsradikalen. Auslöser für die Straßenschlachten war die Ermordung des 25-jährigen Russen Yegor Shcherbakov in der Nacht zum vergangenen Donnerstag. Der junge Mann und seine Freundin sollen auf dem Nachhauseweg von einem „nicht-slawisch aussehenden“ Mann belästigt worden sein. Es kam zum Handgemenge, der Angreifer zog ein Messer und stach auf Shcherbakov ein. Mittlerweile hat die russische Polizei einen Mann aus der islamisch geprägten Südkaukasusrepublik Aserbaidschan als Verdächtigen im Visier, berichtet Reuters. Orhan S. soll bereits seit zehn Jahren in Moskau leben. Zuletzt soll er seinen Lebensunterhalt als Obst- und Gemüseverkäufer bestritten haben.

Metalldetektoren vor den Moscheen

Anlässlich des Kurban Bayram ist nun die Polizeipräsenz vor den Moscheen der Hauptstadt verstärkt worden. Um die Mengen zu kontrollieren, seien die Gelände abgesperrt und mit Metalldetektoren versehen. Insgesamt sollen rund 4000 Beamte für Ruhe sorgen, so RIA Novosti. „Jegliche Versuche rechtswidriger Handlungen werden streng nach den geltenden Gesetzesnormen unterbunden werden, und die Schuldigen werden die dafür vorgesehenen rechtlichen Folgen tragen müssen“, heißt es hierzu von Seiten der Polizei. Konkret seien vor der Moskauer Hauptmoschee 77 Metalldetektoren aufgestellt, vor der Shuhada-Moschee auf dem Poklonnaja-Hügel noch einmal sechs und in der ältesten Moschee der Stadt, der „historischen“ in der Bolschaja-Tatarskaja-Straße, 20. Feierliche Gottesdienste würden in allen sechs Moscheen Moskaus stattfinden.

Unterdessen hätten die Einwohner im süd-russischen Landkreis Biryulyovo eine stärkere Überwachung von Migranten gefordert, so Reuters weiter. Auf eigene Faust würden die Leute nun die Straßen durchstreifen und nach Männern Ausschau halten, die auf die Beschreibung des Tatverdächtigen passten. Konsequenzen hatten die jüngsten ethnischen Unruhen übrigens auch innerhalb der Polizei. Um die Anwohner zu beruhigen, entließ der Moskauer Polizeichef am Dienstag den leitenden Polizeibeamten des betroffenen Bezirks. Erst am Montag durchsuchte die Polizei den Markt Biryulyovo und nahm mehr als 1.200 Menschen fest. Darüber hinaus wurden etwa 450 Migranten an anderer Stelle festgehalten.

Nach Angaben des Muftirates sollen in Russland derzeit insgesamt 20 Millionen Moslems, allein 1,5 Millionen von ihnen in Moskau leben.

Mehr zum Thema:

Nach Mord an Russen: Ethnische Unruhen in Moskau
Muslimisch​es Opferfest: Moskau verbietet das Schlachten auf den Straßen
Nach Mord an Russen: Nationalisten rufen zur Gewalt gegen Tschetschenen auf

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.