Endlich ein Lebenszeichen: Entführte türkische Piloten tauchen im TV auf

Monatelang war das Schicksal der beiden im Libanon entführten Turkish Airlines-Piloten unklar. Jetzt ist ein Video der Männer im libanesischen TV aufgetaucht. Dem Piloten und seinem Co-Pilot soll es angeblich soweit gut gehen.

Seit dem 9. August bangt die Türkei um das Leben zweier Turkish Airlines-Piloten. Die Männer waren auf dem Weg vom Flughafen in ihr Hotel in der Hauptstadt Beirut verschleppt worden. Jetzt hat der libanesische TV-Sender LBCI ein Video der beiden ausgestrahlt.

In dem kurzen Clip erklären der Pilot und sein Co-Pilot, dass sie in guter Verfassung wären: „Mein Name ist Murat Akpınar. Heute ist der 14. Oktober 2013. Es ist nur noch einen Tag bis zum Eid al-Adha. Gerne wäre ich wieder zuhause. Mir geht es gut“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Akpınar. Auch sein Kollege, Murat Ağca, meldet sich zu Wort: „Ich vermisse meine Familie, meine Kinder und mein Land.“

Familien bangen um ihre Angehörigen

Ob das Video tatsächlich Anfang der Woche entstanden ist, wird allerdings nicht klar. Kurz nach der Entführung der beiden Männer liefen die diplomatischen Drähte zwischen der Türkei und dem Libanon auf Hochtouren. Allerdings drangen nur wenige Informationen nach außen. Auch die Familien blieben im Ungewissen. Einen Monat nach der Entführung wandten sie sich deshalb erneut an die Behörden. Sie forderten: Die Bemühungen um ihre Freilassung müssten intensiviert werden (mehr hier).

Ein viel größeres Problem als der mangelnde Informationsfluss gen Öffentlichkeit ist nach Einschätzung von Oğuz Kaan Pehlivan von der International Strategic Research Organization (USAK) jedoch die fehlende Expertise bei internationalen Entführungsfällen. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema gebe es nicht. Dementsprechend begrenzt sei das Wissen der Beamten darüber, was in solchen Fällen zu tun sei.

Türkei: Keine großen Erfahrungswerte bei Entführungen

Die beiden THY-Piloten waren auf dem Weg vom Flughafen Beirut zu ihrem Hotel verschleppt worden (mehr hier). Nachdem zunächst unklar schien, wer hinter der Entführung stecken könnte, behauptete schließlich eine Gruppe namens al-Imam Zuwaar Rida für die Tat verantwortlich zu sein. Die bisher nicht bekannte Gruppe erklärte, dass sie die beiden Piloten nur freigäben, „wenn die libanesische Geiseln in Syrien zurückkehren“ würden.

Der Vorfall ereignete sich in einer von Schiiten dominierten Gegend, die in erster Linie von der libanesischen Hisbollah kontrolliert wird. Sie gilt als enger Verbündeter von Präsident Bashar al-Assad.

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