Leichenfund in der Westgate Shopping-Mall: Tote waren wahrscheinlich Terroristen

In der Westgate Shopping-Mall Nairobi sind zwei verkohlte Leichen entdeckt worden. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überrester zweier bewaffneter Männer handelt, die vor einigen Wochen in das blutige Geiseldrama verstrickt waren.

Bereits am Donnerstag wurden aus den Trümmern der Westgate Shopping-Mall in der kenianischen Hauptstadt Nairobi zwei verkohlte Leichen geborgen. Die Ermittler sind sich so gut wie sicher, dass es sich bei den Toten um zwei Terroristen handelt. Diese waren im vergangenen September an einem Blutbad im Einkaufszentrum beteiligt.

„Alles deutet darauf hin , dass sie die Angreifer sind“, zitiert Reuters Ndung’u Gethenji, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Parlaments. Der Bereich, in dem sie geborgen worden seien, entspräche demjenigen, indem sie während der Operation eingeschlossen worden wären. Außerdem wären Gethenji zufolge in unmittelbarer Nähe der Leichen Waffen gefunden worden, die nicht von den kenianischen Sicherheitskräften verwendet würden. Die beiden nun geborgenen Körpter würden jetzt umfangreichen forensischen Untersuchungen unterzogen.

Just in dieser Woche wurden neue Aufnahmen aus dem Einkaufszentrum öffentlich. Zusammengestellt wurde das Material von den kenianischen Behörden aus den Überwachungskameras verschiedener Geschäfte. Darauf zu sehen sind vier verschiedene Täter, wie sie in aller Seelenruhe auf panische Kunden schossen, teils aus nächster Nähe.

Droht neuer Terror in Uganda?

Auch fast einen Monat nach den dramatischen Ereignissen sei es noch immer unklar, ob es abgesehen von den vier auf dem Band zu sehenden Tätern noch weitere Angreifer gegeben habe so Gethenji. Die kenianischen Behörden hatten ihre Zahl zunächst mit 15 Personen angegeben. Wahrscheinlicher waren nach damaliger Einschätzung von Gethenji aber eher sechs.

Die Al Shabaab-Miliz hatte nach eigenen Angaben den Mall-Angriff durchgeführt, weil die kenianische Regierung alle Warnungen ignoriert häte, ihre Friedenstruppen aus Somalia abzuziehen. Just an diesem Freitag warnte nun Uganda, das auch Truppen in Somalia haben, vor einem möglichen „drohenden Terroranschlag“ auf seinem Gebiet. Dort verübte die Al Shabaab bereits 2010 einen Anschlag. In Nairobi waren im September 67 Menschen ums Leben gekommen. Eine türkische Touristin hat das Massaker überlebt (mehr hier).

Erst Anfang Oktober wurde bekannt, dass Somalia in Terror-Fragen enger mit der Türkei zusammenarbeiten möchte. Das kündigte der somalische Premierminister Abdi Farah Shirdon an. Das Land am Horn von Afrika ist einer ständigen Bedrohung durch die Al-Shabaab-Miliz ausgesetzt (mehr hier).

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