Neuer Studiengang: FH Erfurt widmet sich „Management und Interkulturalität“

Seit dem Wintersemester 2013/14 bietet die Fachhochschule Erfurt den neuen Studiengang „Management und Interkulturalität“ an. Der berufsbegleitende Masterstudiengang wird in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland realisiert. Besonders angesprochen werden sollen vor allem Studierende mit Migrationshintergrund.

Zum Wintersemester 2013/14 wurde das Spektrum der Fachhochschule Erfurt um den berufsbegleitenden, weiterbildenden Masterstudiengang „Management und Interkulturalität“ erweitert. Gerichtet ist das Angebot der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften an Absolventen eines Bachelorstudiengangs in einer sozial- oder rechtswissenschaftlichen Disziplin. Befähigen soll der Studiengang zur Erfüllung von Führungspositionen in transkulturellen Organisationen und ethnisch-kulturellen Communities. Zugeschnitten ist die Lehre auf die Bedürfnisse jüdischer Gemeinden und Organisationen.

„Besonders angesprochen werden Studierende mit Migrationshintergrund, die Interesse daran haben, außerhalb ihrer eigenen Subjektivität und Erfahrungsebene Theorien kennenzulernen“, so die FH Erfurt zu dem in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Thüringer Bildungsministerium durchgeführten Angebot. Diese sollen es ihnen ermöglichen, Handlungskompetenzen zu erlangen und Praxishandeln zu begründen. Darüber hinaus sollen die Studierenden Fähigkeiten erwerben, um im späteren Berufsleben strategische Kooperationen einzugehen und Netzwerke aufzubauen (mehr hier). Nach Ansicht des Vorsitzenden des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, verbinde gerade den Islam und das Judentum viel mehr als es den Anschein habe (mehr hier).

Oktober 2013: Startschuss für die ersten 25 Studenten

Abgeschlossen wird nach fünf Semestern mit dem Master of Arts (M.A.). Gegliedert ist der Studiengang in Präsenz- und E-Learning- Zeiten. Behandelt werden unter anderem die Themen „Migration und Integration“, „Recht für Führungskräfte in der Sozialwirtschaft“ und als Vertiefungsgebiete „Jüdisches Leben in Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ bzw. „Monotheistische Weltreligionen und  religiöse Identität“. Die wissenschaftliche Leitung des Studienganges liegt bei Prof. Dr. Esther Weitzel-Polzer und Prof. Dr. Doron Kiesel. Die Betreuung übernimmt Dipl. Päd. Susanne Stribrny, M.A.

Zulassungsvoraussetzung für den neuen Masterstudiengang sind ein erster Hochschulabschluss oder aber ein Abschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie in einer sozialwissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Disziplin. Als Zugangsvoraussetzung wurde die Durchschnittsnote „gut“ im ersten Hochschulstudium festgelegt. Außerdem müssen Interessenten Berufserfahrungen im Umfang von mindestens einem Jahr nachweisen können und ein entsprechendes Motivationsschreiben vorlegen. Gebühren werden nicht erhoben. Zu entrichten ist lediglich der Semesterbeitrag.

Jüdische Gemeinden in Deutschland stabilisieren

Seit vergangener Woche werden nun die ersten 25 Studierenden zwischen 24 und 56 Jahren ausgebildet. Darunter ein Rabbiner, Mitarbeiter jüdischer Gemeinden aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. „Wir wollen mit diesem Studiengang dazu beitragen, dass sich die Gemeinden stabilisieren“, zitiert die Thüringer Allgemeine Prof. Kiesel. Denn: In den rund 100 jüdischen Gemeinden des Landes unter dem Dach des Zentralrats der Juden in Deutschland kämen rund 90 Prozent der Mitglieder aus der Sowjetunion.

Das Studium soll das erste seiner Art in ganz Deutschland und Europa sein. In der Ruhr Universität Bochum und der Kültür Universität in Istanbul widmet man sich neuerdings den Jura-Studenten und bietet ihnen einen deutsch-türkischen Masterstudiengang an (mehr hier).

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