Im Libanon entführt: Türkische Piloten endlich zurück in der Heimat

Auf einmal ging alles ganz schnell: Erst in der vergangenen Woche war ein Video der entführten Turkish Airlines-Piloten im libanesischen Fernsehen aufgetaucht. Jetzt sind die beiden Männer endlich frei. Zwei Monate waren sie ihren Entführern ausgeliefert.

Murat Akpınar und Murat Ağca sind frei. Nachdem die beiden Turkish Airlines-Piloten an die türkischen Behörden im Libanon übergeben wurden, konnten die Männer jetzt in ihr Heimatland zurückkehren. Eine Maschine der Qatar Airways mit den beiden Entführungsopfern an Bord landete am späten Samstagabend auf dem Atatürk Flughafen in Istanbul.

Begrüßt wurde das Duo noch in der Nacht von Premier Recep Tayyip Erdoğan und ihren Angehörigen. Nur Stunden zuvor war ihre Freilassung durch Außenminister Ahmet Davutoğlu bestätigt worden. „Ich habe gerade erst mit ihnen gesprochen. Sie lassen Grüße an die türkische Bevölkerung ausrichten. Sie machen sich gerade auf den Weg in die Türkei“, so Davutoğlu via Twitter.

Piloten wurden nicht misshandelt

Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, sei es zunächst mit dem Helikopter Richtung Rafic Hariri International Airport gegangen. Dort hätten sie sich mit dem türkischen Botschafter İnan Özyıldız getroffen. Davutoğlu zufolge seien die beiden Piloten nicht misshandelt worden. Das wurde später auch durch Akpınar bestätigt. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Angehörigen der Männer für ihre Geduld während der vergangenen zwei Monate. Diese waren ob der andauernden Ungewissheit völlig verzweifelt (mehr hier).

„Der erste Monat war sehr schwierig. Wir wurden acht Mal verlegt. Jedes Mal war es wie eine neuerliche Entführung“, so Akpınar. Unmittelbar nach der Verschleppung seien sie an einen Ort gebracht worden, der sehr nah am Flughafen gelegen wäre. Sie hätten die Geräusche der Maschinen hören können. Insgesamt hätten sie versucht, gut mit ihren Entführern auszukommen. „Wir beschlossen, uns gut mit ihnen zu verstehen. Und das taten wir auch. So gut, dass einer unserer Entführer beschloss, seinen neugeborenen Sohn Murat zu nennen.“

Schiitische Pilger in Beirut gelandet

Eine Intervention wäre nach Ansicht der Piloten eine äußert schlechte Entscheidung gewesen. Permanent seien sie von mehr als 100 Personen überwacht worden. Hätten die Sicherheitskräfte eine Operation durchgeführt, wären vermutlich genauso viele Menschen gestorben, so ihre Befürchtung. Man habe jedoch gewusst, dass die türkischen Behörden sie nicht aufgeben würden.

In der Zwischenzeit ist ein Flugzeug mit den neun entführten schiitischen Pilgern in Beirut gelandet. Sie wurden vor einem Jahr in Syrien verschleppt. Nachdem sie frei kamen, wurden sie zunächst in die Türkei gebracht. Von dort aus ging es nun auch für sie wieder gen Heimat.

Die beiden THY-Piloten waren am 9. August auf dem Weg vom Flughafen Beirut zu ihrem Hotel verschleppt worden (mehr hier). Nachdem zunächst unklar schien, wer hinter der Entführung stecken könnte, behauptete schließlich eine Gruppe namens al-Imam Zuwaar Rida für die Tat verantwortlich zu sein. Die bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannte Gruppe erklärte, dass sie die beiden Piloten nur freigäben, „wenn die libanesische Geiseln in Syrien zurückkehren“ würden. Der Vorfall ereignete sich in einer von Schiiten dominierten Gegend, die in erster Linie von der libanesischen Hisbollah kontrolliert wird. Sie gilt als enger Verbündeter von Präsident Bashar al-Assad.

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