Türkischer Immobilienmarkt: Vorsicht vor Impulskäufen

Investoren aus den Golfstaaten sollten sich bei Immobilienkäufen in der Türkei vorsehen. Statt Impulskäufe zu tätigen, gelte es die Angebote genau zu überprüfen. Der Rat zur Vorsicht kommt jedoch nicht aus den eigenen Reihen, sondern vom Chef einer wichtigsteen türkischen Immobilien-Gesellschaften.

Seine Gesellschaft arbeitet an so aufstrebenden Projekten wie etwa den Trump Towers Istanbul. Dennoch rät Tolga Han, Vizepräsident Projebeyaz International, in Sachen Immobilienkauf in der Türkei auf dem Teppich zu bleiben. Während der Cityscape Global 2013 in Dubai warnte er die anwesenden Kaufinteressenten. Die Türkei biete viele gute Investitionsmöglichkeiten. Doch sie könnten hier auch über den Tisch gezogen werden.

35 türkische Aussteller waren in diesem Jahr auf der Cityscape Global vertreten. Die Türkei gehörte damit zu den größten Ausstellern außerhalb der Golfregion. Nach Angaben von Han gebe es im Augenblick Türkei-Investitionen in Höhe von gut drei Milliarden Dollar aus den Golfstaaten. Geschuldet sei dies unter anderem den jüngsten Gesetzesänderungen, die es Ausländern mittlerweile erleichtert Eigentum in der Türkei zu kaufen (mehr hier). Arabische Kunden zeigten sich jedoch skeptisch (mehr hier). Ein Ende der Fahnenstange ist jedoch noch lange nicht erreicht. Geht es nach Han steigern sich diese Zahlen in den kommenden fünf Jahren auf zehn Milliarden Dollar.

Investoren aus den Golfstaaten wollen zu hohe Renditen

Über 15 Prozent des Gesamtumsatzes bei Projebeyaz kommen derzeit aus dem Nahen Osten. Auch dieser Anteil soll binnen drei Jahren auf gut 50 Prozent gesteigert werden. Entsprechend lautet auch sein Appell: „Was auch immer sie kaufen wollen, sie müssen sich beraten lassen. Natürlich gibt es viele hochwertige Projekte ab 10.000 bzw.15.000 Dollar pro Quadratmeter. Doch die Investoren aus den Golfstaaten wollen derzeit zehn, zwölf oder gar 15 Prozent Rendite. Das ist in der Türkei derzeit nicht möglich“, zitiert ihn arabianbusiness.com. Die Menschen würden in der Türkei nach einem zweiten Zuhause Ausschau halten. Bis sie den türkischen Markt jedoch wirklich verstanden hätten, gelte es Vorsicht walten zu lassen.

Nach Angaben von Han wäre der Istanbuler Immobilienmarkt zwar ziemlich angespannt. Dennoch gehöre Istanbul immer noch zu den günstigeren Destinationen mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2500 Dollar. Die Mieteinnahmen würden sich im Schnitt auf etwa sieben bis acht Prozent jährlich belaufen. Mit dem richtigen Deal könnten sich die Renditen in den kommenden zwei Jahren aber trotzdem verdoppeln.

Europäische Städte nach wie vor beliebt

Seit 2002 findet die internationale Ausstellung für Immobilieninvestionen und Entwicklung jährlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Insgesamt trafen sich in der Zeit vom 8. bis 10. Oktober 223 Aussteller und präsentierten sich auf gut 25.000 Quadratmetern Fläche. Projebeyaz International war auf der Messe gleich mit mehreren Projekten vertreten. Darunter die Trump Towers, die mit 450 Millionen Dollar zu Buche schlagen, Cengelkoy Villas mit 250 Millionen, Macka Residence mit 1,5 Milliarden, Gunesli Residence mit 90 Millionen, die Marmaroom Residenzen mit 20 Millionen und schließlich Kempinski Astoria mit 190 Millionen.

Nach wie vor beliebt bei den Investoren aus der Golfregion ist derweil London, wohin die Gelder bevorzugt fließen. Hoch gehandelt werden daneben europäische Städten wie Zürich in der Schweiz und die USA. Russen, Engländer und einige andere europäische Kunden gehörten im vergangenen Jahr zur Spitze der ausländischen Immobilienkäufer in der Türkei. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Ministeriums für Umwelt und Stadtplanung hervor (mehr hier).

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