Türkei soll israelische Agenten an den Iran verraten haben

Alte Allianzen im Nahen Osten fangen an zu bröckeln. Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei sind besonders belastet. Nun sorgt ein angeblicher Spionage-Skandal für einen erneuten Streit zwischen den beiden US-Verbündeten.

Ankara soll zehn Informanten des israelischen Geheimdienstes (Mossad) an den Iran verraten haben. Die türkisch-israelischen Beziehungen sind damit erneut an einem Tiefpunkt.

Auch die USA müssen sich damit auseinandersetzen. Denn Israel und die Türkei sind enge Verbündete der Amerikaner.
Doch Washington schenkt den Gerüchten über einen Geheimnisverrat der Türken an die Iraner keinen Glauben. Die türkisch-amerikanischen Beziehungen seien unverändert. Das jedenfalls geht aus einer Pressekonferenz des US-Außenministeriums hervor.

„Die Türkei ist ein enger Verbündeter der USA. Wir kooperieren auf allen Ebenen. Das schließt die geheimdienstliche Zusammenarbeit ein. Es hat sich nichts verändert“, sagte die Sprecherin der US-Regierung, Jen Psaki, am Freitag.

„Die Türkei ist ein enger Verbündeter der USA. Wir kooperieren auf allen Ebenen. Das schließt die geheimdienstliche Zusammenarbeit ein. Es hat sich nichts verändert“. Auslöser des Vorwurfs gegen die Türkei war ein Artikel der Washington Post von David Ignatius. Der stellte die belastende Behauptung, die Türkei hätte den Iran mit Informationen über iranische Mossad-Spione versorgt.

Ex-Mossad Chef Dani Jatom ist davon überzeugt, dass die Türkei die Identität von Mossad-Informanten an den Iran verraten habe. Er fordert Konsequenzen. Der Westen müsse jegliche Kooperationen mit dem türkischen Geheimdienst aufkündigen. Niemand dürfe der Türkei mehr trauen, zitiert ihn Times of Israel.

Doch eine offizielle Erklärung der israelischen Regierung ist bisher ausgeblieben.

Die Türkei wehrt sich gegen den Vorwurf. Der sei ein Widerspruch in sich. „Zum einen sollen wir angeblich mit dem Iran gegen Israel kooperieren. Doch zum anderen sollen wir in Syrien angeblich anti-iranische Gruppen unterstützen“, zitiert CNN Turk Außenminister Ahmet Davutoğlu. Die Türkei habe dem Iran keinerlei Informationen über ein israelisches Spionage-Netzwerk geliefert.

Doch die AKP-Regierung erlaube auch keine operativen Tätigkeiten ausländischer Geheimdienste auf türkischem Boden, so Davutoğlu.

Zudem vermutet die Regierung eine bewusste von Israel geführte Kampagne gegen die Türkei. „Wir bewerten diese Medienkampagne als einen Angriff. Es könnten israelische Bestrebungen dahinter stecken“, zitiert die Hürriyet einen anonymen Mitarbeiter des türkischen Geheimdiensts.

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