Russland: Türkischer Greenpeace-Aktivistin drohen 15 Jahre Gefängnis

Der türkischen Greenpeace-Aktivistin Gizem Akhan drohen 15 Jahre Haft in einem Gefängnis in Russland. Sie hatte auf einem Greenpeace-Schiff mit 29 weiteren Aktivisten gegen russische Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Das Schiff wurde anschließend von der russischen Küstenwache gestürmt. Alle Insassen wurden festgenommen.

Unter den in Russland inhaftierten 30 Greenpeace-Aktivisten befindet sich auch die Türkin Gizem Akhan. Bei einer Verurteilung wegen Piraterie drohen ihr bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Zunächst bestand Hoffnung, dass sie gegen Kaution freigelassen werden könnte. Doch ein Regionalgericht in Murmansk hat ihr Kautionsgesuch abgelehnt. Die Mutter der Inhaftierten, Tülay Akhan, hat die türkische Öffentlichkeit dazu aufgerufen, ihre Tochter zu unterstützen, berichtet IHA.

In Istanbul ist es in den vergangenen Wochen zu Solidaritäts-Kundgebungen für die türkische Greenpeace-Aktivistin und ihre Kollegen gekommen. Seit Anfang Oktober soll es weltweit in 47 Ländern und 140 Städten zu ähnlichen Kundgebungen gekommen sein, berichtet Hürriyet.

Doch von der türkischen Regierung hat es zur Inhaftierung Akhans noch keine Erklärung gegeben. Es ist auch nicht bekannt über Bestrebungen, die Freilassung Akhans zu erreichen. Offenbar möchte Ankara seine Beziehungen zu Moskau nicht stören. Denn die Türkei und Russland möchten ihr Handelsvolumen von 34 Milliarden US-Dollar auf 100 Milliarden US-Dollar erhöhen (mehr hier).

Moskau möchte, dass die Türkei zum Hauptabnehmer von russischen Energieträgern wird. Die Regierung in Ankara hat nichts dagegen. Russland gilt als verlässlicher Partner bei Preisabsprachen und Lieferzeiten.

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