EU möchte bis 2050 Hauptabnehmer von russischem Erdgas bleiben

Die EU ist der größte Abnehmer von russischem Gas und möchte das auch weiterhin bleiben. Ohne die Lieferungen würde die EU-Wirtschaft weitgehend zum Erliegen kommen. Doch es herrscht keine einseitige Abhängigkeit. Denn Russland braucht die Einnahmen aus dem Erdgasexport, um eine positive Handelsbilanz vorzuweisen.

Brüssel gibt sich offenbar zufrieden mit der Energie-Abhängigkeit von Russland. Die EU-Kommission möchte, dass die EU-Länder bis zum Jahr 2050 weltweiter Hauptabnehmer russischer Energieträger bleiben.

Zudem sollen im Zuge einer Energiezusammenarbeit bessere Rahmenbedingungen für den Übergang zu erneuerbaren Energien geschaffen werden. Doch das Hauptziel ist die Sicherung der Versorgung der EU-Länder mit russischen Gas. Das geht aus dem Roadmap für die Energiezusammenarbeit zwischen Russland und der EU bis 2050 hervor.

Unvergessen für Brüssel ist die Energiekrise von 2009. Damals entbrannte ein Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Moskau warf Kiew vor, offene Energie-Rechnungen noch nicht beglichen zu haben. Der Ukraine wurde der Gashahn zugedreht.

Das hatte schwerwiegende Folgen für die EU. Neben Österreich waren auch Bulgarien, Griechenland, Ungarn oder Rumänien vollkommen abgeschnitten von der Erdgasversorgung. Denn eine für die EU wichtige Pipeline verläuft durch die Ukraine.

Der damalige EU-Kommissar Andre Piebalgs sagte, dass eine derartige Situation „nie wieder“ eintreten dürfe. „Eine Energiekrise, wie die EU sie im Januar erlebt hat, schadet den Erzeuger-, Transit- und Verbraucherländern gleichermaßen“, zitiert ihn russland.ru.

Denn etwa 80 Prozent aller russischen Ölexporte, 70 Prozent aller russischen Gasexporte und 50 Prozent aller russischen Kohleexporte gehen in die EU, berichtet die EU-Kommission.

Doch der Russland-Analyst und Zukunftsforscher der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Ewald Böhlke, sagte den DTN, dass Russland seit den siebziger Jahren ein weitgehend stabiler Energie-Lieferant gewesen ist. Im Gegenzug haben die Europäer stabil gezahlt.

Russland habe ein großes Interesse daran, die EU als Konsumentenmarkt zu erhalten. Die Einnahmen aus den Energie-Exporten in die EU seien wichtig für die wirtschaftliche Stabilität Russlands, insbesondere für die Handelsbilanz.

Eine einseitige Abhängigkeit der EU liegt offenbar nicht vor.

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