Berlin: Die CDU stellt „ihre“ Migranten im Bundestag vor

Die CDU hat im Umgang mit Migranten in Deutschland immer noch ein schlechtes Image. Doch das soll sich ändern. Fünf von insgesamt acht CDU-Bundestagsabgeordneten präsentierten sich in der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin der Öffentlichkeit

Die CDU hat am Montag fünf Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen einer Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Konrad Adenauer Stiftung durften sich die Neulinge Cemile Giousouf, Martin Pätzold, Kees Cornelis de Vries, Heinrich Zertik und Kai Whittaker zu ihren Zielen der neuen Legislaturperiode äußern. Mitorganisatoren war Gonca Türkeli-Dehnert, Sprecherin des Netzwerkes Integration der CDU Berlin.

Der Deutsch-Brite Kai Whittaker sagte, dass er sich im Grunde immer als Ausländer gefühlt habe. In Großbritannien sei er immer der Deutsche und in Deutschland immer der Brite gewesen. Doch das nutze er positiv. Er wolle sich auch als „Botschafter“ beider Länder einsetzen.

Der gebürtige Niederländer de Vries präsentierte sich als ein Vertreter des Wirtschaft. Der gelernte Landwirt aus Sachsen-Anhalt möchte sich vor allem für die Belange des Mittelstands einsetzen. Das sei auch der Hauptgrund für den Eintritt in die CDU gewesen.

Der Sohn einer armenischen Mutter und eines deutschen Vaters, Martin Pätzold, hob die christlichen Werte der CDU hervor. Das bedeute für ihn, dass „jeder Mensch einzigartig“ sei. „Wer etwas leistet, der kann es auch schaffen“, so Pätzold. Da spiele die Herkunft überhaupt keine Rolle.

Für den Russland-Deutschen Heinrich Zertik steht vor allem das Zusammenleben der Menschen im Vordergrund. Seine Familie komme aus Kasachstan und sein Vater habe fünf Sprachen gesprochen. „Wir haben in Kasachstan türkische Nachbarn gehabt, mit denen wir uns immer gut verstanden haben. Auch mein Vater konnte Türkisch“, so Zertik. Der bisherige CDU-Kommunalpolitiker wolle sich insbesondere für die Belange der Russland-Deutschen einsetzen. Das sei sein Schwerpunktbereich.

„Ich werde mich in den Bereichen Integration und Bildungspolitik einsetzen. Das waren auch in den vergangenen Jahren meine Fachgebiete“, sagte die Deutsch-Türkin Cemile Giousouf. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei in diesem Zusammenhang besonders wichtig.

In der neuen Legislaturperiode werden acht von insgesamt 255 CDU-Abgeordneten im Bundestag Migranten sein. Das entspricht einem Anteil von 3,1 Prozent, berichtet der Mediendienst Integration. Doch die Christdemokraten haben mit Giousouf nur eine muslimische Bundestagsabgeordnete.

Den höchsten Migrantenanteil hat DIE LINKE mit 12,5 Prozent. Darauf folgen die Grünen mit 11,1 Prozent und die SPD mit 6,7 Prozent. In absoluten Zahlen ist die SPD führend. Sie hat insgesamt 13 Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund.

Doch das Thema ethnische Gruppen fand im Zuge des Bundestagswahlkampfs nicht statt (mehr hier).

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