Überfüllte Türkischkurse in Berlin: Deutsche lernen die Sprache des Nachbarn

In der deutschen Hauptstadt erlernen immer mehr Deutsche die türkische Sprache. Die Berliner Sprachkurse können die Nachfrage nicht mehr decken. Doch auch in den Stadtvierteln hat sich ein neuartiger deutsch-türkischer Dialekt unter den Jugendlichen entwickelt.

In Berlin gibt es immer mehr Deutsche, die sich für Türkischkurse anmelden. Unter ihnen befinden sich insbesondere viele Akademiker. Die Türkischkurse an der FU Berlin können die Nachfrage nicht mehr decken.

Offenbar ist Türkisch keine reine Migrantensprache mehr, sondern wird im Rahmen einer Sprachkompetenz erlernt.

An den Volkshochschulen Berlins ist die Zahl der Türkischlernenden zwischen 2009 und 2012 kontinuierlich angestiegen, schreibt Katja Reimann von den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

2009 gab es noch 112 Berliner VHS-Türkischkurse. Drei Jahre später waren 137. Reimann berichtet weiter:

„Im Friedrichshainer „Sprachenatelier“, einer Sprachschule unter vielen in der Stadt, steigt die Zahl der Türkischlernenden seit 2004 jährlich in 10-Prozent-Schritten.“

Bisher habe Türkisch ein Imageproblem gehabt. Sie galt als Sprache der Arbeiter und sollte „damit irgendwie wertloser sein als Englisch, Französisch, Chinesisch – und natürlich Deutsch“, so Reimann.

Es habe sich in Berlin aber auch ein neuer Dialekt entwickelt, der durchmischt ist mit verschiedenen Wörtern aus der türkischen Sprache. Der werde von allen Jugendlichen in einem Wohngebiet gesprochen. Dabei ist es egal, ob ihre Eltern Deutsche, Russen, Araber oder Türken sind.

Doch viele türkische Wörter seien in Berlin auch längst „eingedeutscht“. So zum Beispiel das Wort „Canim“, welches im Türkischen ohne Punkt geschrieben wird. „Canim“ heißt übersetzt „Mein Liebling“. Offenbar hat sich in den Vierteln Berlins längst eine Symbiose zwischen Deutsch und Türkisch entwickelt.

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