Deutschland: Zahl der registrierten Türken sinkt um zwei Prozent

Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer ist im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent gestiegen. Das ist der größte Zuwachs seit 1993. Geschuldet ist das einem Zustrom von Bewohnern aus den EU-Mitgliedsstaaten Polen und Ungarn. Denn der Anteil der türkischen Mitbürger ist auf der anderen Seite um ganze zwei Prozent gesunken.

Deutschland hat im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme an ausländischen Mitbürgern erfahren. Verbunden mit einer höheren Geburten- als Sterberate, lebten 2012 4,1 Prozent mehr Ausländer in Deutschland als noch im Jahr zuvor. Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen aber auch: Die Zahl der Türken, die als in Deutschland lebend registriert sind, ist 2012 um zwei Prozent gesunken.

Gestiegen ist die Zahl der ausländischen Mitbürger um 282.800 Personen. Damit leben aktuell rund 7,2 Millionen in Deutschland.  Im Vorjahr betrug das Wachstum 2,1 Prozent. Noch immer stellen die Türken die größte Gruppe ausländischer Mitbürger in der Bundesrepublik dar. Es sind etwa drei Mal so viele wie Italiener und Polen, die zahlenmäßig auf den folgenden Rängen zu finden sind. Doch in den vergangenen Jahren seien viele von ihnen zurück in die Türkei gegangen oder aber hätten die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Das berichtet Reuters.

Im Gegensatz hierzu würden Bürger aus der ehemaligen kommunistischen osteuropäischen Staaten wie Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien in immer größeren Zahlen nach Deutschland kommen. So sei die Anzahl der Polen allein im vergangenen Jahr um 13,6 Prozent gestiegen. Weitere, große Zuwächse seien zudem aus Ländern gekommen, die von der Euro-Krise getroffen seien. So sei etwa die griechische Community um 5,1 Prozent und die spanische um 9,1 Prozent gewachsen.

Die meisten der neu registrierten Ausländer würden sich in Bayern niederlassen (+65.900), gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg (jeweils +52.900). Der prozentuale Anstieg sei vor allem in Ostdeutschland hoch: Er reiche von 6,5 Prozent in Sachsen-Anhalt bis 11,5 Prozent in Thüringen. Den geringsten Zuwachs hätte das Saarland mit 1,6 Prozent verzeichnet, gefolgt von Berlin mit 2,1 Prozent.

Bereits im März ließen die Zahlen der türkisch-deutschen Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (TAVAK) aufhorchen. In den Jahren 2007 bis 2011 sollen 193,000 in Deutschland lebende Türken dauerhaft in die Türkei zurückgekehrt sein (mehr hier). Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille. Noch immer kommen jedes Jahr rund 30.000 Türken in die Bundesrepublik. Sie kommen in der Hoffnung, sich in der stärksten Volkswirtschaft der Eurozone ein neues Leben aufbauen zu können.

Nach Ansicht des Soziologen Yaşar Aydın von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universtität Hamburg, handelt es sich jedoch um eine „zirkulierende Migration und Mobilität“. Denn für mindestens zwei Drittel dieser 30.000 Personen, die nach Deutschland migriert seien, wäre es nicht ihre erste Reise hierher. Was zeige, dass es eine kreisförmige Bewegung zwischen Deutschland und der Türkei gebe (mehr hier).

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