Zukunftsinvestition: Türkei steckt bis 2023 60 Milliarden Dollar in die Forschung

Die türkische Regierung will die Mittel für Forschung und Entwicklung bis zum Jahr 2023 auf 60 Milliarden Dollar aufstocken. Bereits in den vergangenen elf Jahren wurde das Budget verdoppelt. Für die Türkei gilt es so, langfristige wirtschaftliche Ziele zu sichern.

Der türkische Bundeshaushalt für Forschung und Entwicklung soll um drei Prozent aufgestockt werden. Bis zum Jahr 2023 will die Regierung insgesamt gut 60 Milliarden Dollar investieren. Das gab der türkische Technologieminister Nihat Ergün bekannt. Auch andernorts sollte seiner Ansicht nach so verfahren werden. Doch stattdessen würden sich viele Staaten für eine Budgetkürzung entscheiden.

Obschon sich die Türkei in Anbetracht der globalen Finanzkrise in Geldangelegenheiten derzeit eher konservativ verhält, sollen die Mittelzuweisungen für diesen Bereich nicht reduziert werden, so Ergün. Angesichts der jüngsten wirtschaftlichen Bewegungen, die die ganze Welt erfasst hätten, sei die Entwicklung einer „Informationswirtschaft“ wohl die beste und langfristigste Lösung. Nur wenn es gelänge, eine innovationsbasierte Produktion mit Mehrwert zu schaffen, könne der Konjunkturflaute entgegengesteuert werden, die aus den momentanen Produktions- und Konsumgewohnheiten resultiere. Das berichtet die türkische Hürriyet.

Keine Kürzungen bei Informations- und Technologieförderung

Alle Volkswirtschaften sollten auf der Grundlage einer Achse von Information und Innovation umgewandelt werden, so die Ansicht des Ministers. Nur so könne dauerhaftes und nachhaltiges Wachstum geschaffen werden. Informations- und Technologieförderung dürften keiner Haushaltskürzung zum Opfer fallen. „Kürzungen bei der Forschung und Entwicklung können nur eine kurzfristige finanzielle Erholung bewirken. Doch die Staaten müssen die Forschung und ihre Innovationen mittel-und langfristig schützen“, so Ergün. Leider hätten viele Nationen den Fehler gemacht und ihr Budget gesenkt.

Bereits in den vergangenen elf Jahren wurde die Zuordnung für Forschung und Entwicklung im türkischen Bundeshaushalt verdoppelt und kletterte damit auf fast ein Prozent. Gleichzeitig stieg der türkische Ertrag in den vergangenen zehn Jahren von 230 auf 800 Milliarden Dollar. Das Ziel bis 2023 lautet daher eine Erhöhung der Staatseinnahmen auf 1,2 Billionen Dollar und eine Aufstockung der R&D-Ausgaben auf drei Prozent. Insgesamt sollen also gut 60 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. In den vergangenen Jahren predigte der Minister immer wieder auf einen Vorsprung durch digitale Technologien zu setzen (mehr hier). In Sachen Internet sind die türkischen User vielen westlichen Nationen schon jetzt um Lichtjahre voraus.

Türkei muss konkurrenzfähig bleiben

Gas geben will die Türkei nicht ohne Grund. Bis zum 100-jährigen Jubiläum der Republik sollen die Exporte die 500-Milliarden-Dollar-Marke erreichen. Das Land soll zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gehören. „Wir brauchen radikale Veränderungen, um diese Ziele zu erreichen. Wir wissen, dass wir aufgrund unserer R&D-Aktivitäten, Innovationen und Markenentwicklung konkurrenzfähig sein können.“ Noch schützen türkische Forscher ihre Erfindungen allerdings zu wenig (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Koç Holding baut größtes Forschungs​zentrum der Türkei
Erfindergeist: 16-Jährige Türkin verwandelt Bananenschalen in Plastik
Kopfgeld für Veröffentlichungen: TÜBİTAK schraubt Anreize für Wissenschaftler nach oben

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.