Erster türkischer „helal“-Sexshop: Vor allem Frauen schätzen das diskrete Angebot

Der erste türkische Online-Sex-Shop, der sich auf „Helal“-Produkte spezialisiert hat, kommt offenbar gut an. Frauen würden das Angebot sogar mehr annehmen, als zuvor erhofft. Den Erfolg beim Schopfe packen und einen richtigen Laden aufmachen, will der Gründer des Portals dennoch nicht.

Erst zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass ein türkischer Geschäftsmann dem Vorbild aus Holland nachgeeifert und für die türkischen User einen eigenen „Helal“-Sexshop eingerichtet hat. Offenbar mit Erfolg. Für die reale Welt taugt das Konzept allerdings nicht, meint der selbst.

Überrascht zeigte sich Webseiten-Inhaber Haluk Murat Demirel vor allem vom großen Zuspruch aus der Damenwelt. Damit hatte er im Vorfeld gar nicht gerechnet. „Die Idee kam mir, als mir eine Freundin beim Kaffeetrinken erzählte, dass nach einer Niederkunft ihr sexuelles Interesse nachgelassen habe“, zitiert die türkische Zeitung Birgün Demirel. Das sei für ihn die Intention gewesen, diesen Sexshop zu eröffnen.

Auf www.helalsexshop.com werden Frauen und Männer in getrennten Sektionen bedient. Für seine Kunden offenbar ein äußerst angenehmer Umstand, wenn es darum geht, Produkte für das eigene Intimleben in Augenschein zu nehmen und am Ende vielleicht sogar zu erwerben. Vor allem jene für Damen würden stärker nachgefragt, als man sich vorher ausgemalt hätte, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Derzeit würden Frauenartikel gut 45 Prozent des Umsatzes ausmachen. Der Grund liegt für Demirel auf der Hand: Anders als bei herkömlichen Angeboten dieser Art wird hier auf nackte Tatsachen verzichtet.

Hemmschwelle im realen Leben zu groß

In die reale Welt expandieren will der der Unternehmer allerdings nicht. Zu groß sei seiner Ansicht nach für konservative Menschen die Hemmschwelle, einen echten Sexshop zu betreten. Negative Emotionen hat allerdings auch sein Online-Sexshop bereits hervorgerufen. Trotz geistlicher Unterstützung (mehr hier), hätte es Anfeindungen von linken und nicht-religiösen Gruppen gegeben.

Bereits seit 2010 gibt es in Holland den Internet-Sexshop „El Asira“.  Gegründet wurde er von Abdelaziz Aouragh, niederländisch-marokkanischer Abstammung und praktizierender Muslim. Der damals 29-jährige Unternehmensgründer garantierte dafür, dass seine Produkte einwandfrei nach islamischen Regeln seien. Nachdem er einen hiesigen Imam und der wiederum einen saudischen Scheich kontaktiert hatte, gab es hierzu sogar eine eigene Fatwa. Allerdings sei das Ganze nur in Ordnung, wenn die Produkte ausschließlich innerhalb der Ehe verwendet würden. Explizit danach gefragt wird bei einem Einkauf allerdings nicht.

Die von Aouragh angebotene Produktpalette ist vielfältig und wird diskret präsentiert. So gibt es Kapseln, um gegen den alltäglichen Stress anzukämpfen, der möglicherweise die sexuelle Energie und Freude beeinträchtigen könnte bis hin zu einem Gel, das größere sexuelle Leistung verspricht. Daneben finden sich Schmuck und Dessous. Anzügliche Fotos werden allerdings nicht gezeigt. Auch die türkische Version orientiert sich an diesem unaufgeregten Konzept.

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