Kultusminister erteilen Deutschpflicht auf Schulhöfen eine Absage

Eine flächendeckende Deutschpflicht auf den Schulhöfen Deutschlands wird es auch in Zukunft nicht geben. Das haben die Kultusminister der Länder beschlossen. Die aktive Integration von jungen Migranten in Ausbildungsberufe des Öffentlichen Diensts bewährt sich als erfolgreicheres Integrations-Konzept.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat einer Deutschpflicht auf den Schulhöfen während der Pausen eine Absage erteilt.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sagt, dass eine Deutschpflicht auf Schulhöfen nicht geeignet sei, um Integrationsprobleme zu lösen. Zudem verstehe sie nicht, warum immer wieder dasselbe Thema auf die KMK eingebracht werde, berichtet die SZ.

Auch die Migrantenverbände kritisierten den Vorstoß. In einer gemeinsamen Erklärung sagten sie, dass die „Erstrangigkeit der deutschen Sprache eine Selbstverständlichkeit“ für sie sei, zitiert Migazin die Verbände. Doch das Migrantenkindern auf den Schulhöfen ihre Muttersprache verboten werden soll, stelle einen „gesellschaftlichen Skandal ersten Ranges dar“.

Zu den Unterstützern einer Deutschpflicht auf den Schulhöfen Deutschland gehört neben dem FDP-Politiker Christian Lindner auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer.

Doch wichtiger als eine Deutschpflicht auf den Schulhöfen ist die berufliche Einbindung von Migranten. So setzt sich das Integrations-Ministerium in Baden-Württemberg für die „interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung“ ein. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Integrations-Ministeriums hervor.

„Unser Ziel ist es, mit der Informationsreihe die Leitungsebene der Verwaltung für das Thema interkulturelle Öffnung zu sensibilisieren“, so Wolf-Dietrich Hammann, Ministerialdirektor im Integrationsministerium. Die Polizei Baden-Württembergs ist offenbar erfreut über die ersten Schritte bei der „interkulturellen Öffnung“. Das jedenfalls sagt Herbert O. Zinell, Amtschef des Innenministeriums in derselben Mitteilung.

„Aus freiwilligen Erhebungen ist bekannt, dass wir mit über 20 Prozent inzwischen schon einen hohen Anteil von jungen Migranten an den Bewerbern für den Polizeivollzugsdienst haben, und wir haben nach der Einstellung gute Erfahrungen mit ihnen gemacht.“

Auch die Stadt Berlin möchte in den kommenden Jahren mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Öffentlichen Dienst integrieren. Dazu laufe aktuell eine Kampagne (mehr hier).

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