Korruption in Russland: 300 Milliarden US-Dollar wandern in dunkle Kanäle

Korruption bei Staatsbeamteten in Russland bereitet dem Kreml Kopfzerbrechen. 300 Milliarden US-Dollar sollen jährlich im Korruptions-Sumpf versickern. Eine Kumpanei zwischen Behörden und Geschäftsleuten sei ausschlaggebend für die Misere.

Russland gilt als globale Macht mit hohem Ansehen. Doch innerhalb des Landes gibt es Strukturen, die illegale Aktivitäten fördern. Sie schaden dem Land.

Das Korruptions-Volumen des Landes beträgt jährlich 300 Milliarden US-Dollar. Das sind 16 Prozent des BIP. Doch seit dem Jahr 2000 ist Korruption ein wichtiger Bestandteil des russischen Wirtschafts-Systems, berichtet Bloomberg.

Präsident Wladimir Putin trage eine Verantwortung für diesen Prozess. Denn der Staat ist insbesondere im Energiesektor tonangebend. Zwischen 1998 und 1999 lag der Anteil der staatlichen Kontrolle im Energiesektor bei zehn Prozent. Aktuelle kontrolliert der Staat 45 Prozent des Energiesektors.

Anders Aslund vom Peterson Institut für Internationale Wirtschaft schrieb im vergangenen Jahr in den Moscow Times, dass 2011 etwa 40 Milliarden US-Dollar an Gazprom-Gewinnen im Korruptions-Sumpf verschwanden.

Die Firma konnte dennoch 44,7 Milliarden US-Dollar in ihrer Bilanz als Gewinne verzeichnen. „Das Ganze erinnert eher an eine kriminelle Organisation, als an ein Unternehmen“, schreibt Aslund.

Der Gazprom-Vorstand unter Alexei Borissowitsch Miller besteht aus alteingesessenen Gazprom-Mitarbeitern und einer Gruppe von ehemaligen KGB-Offizieren. Sie alle sind bekennende Gefolgsleute des russischen Präsidenten.

Unter diesen Umständen ist eine nachhaltige Korruptions-Bekämpfung nicht möglich.

Denn offenbar steckt Putin selbst tief im Korruptions-Sumpf.

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