Russland und China ringen um Erdgas-Vorräte in Zentralasien

China versucht wirtschaftlich und politisch nach Zentralasien einzudringen, um an die Erdgasressourcen ranzukommen. Doch Russland möchte Pekings Expansion stoppen. Peking soll energiepolitisch in die Abhängigkeit russischer Mineralölkonzerne getrieben werden.

China benötigt dringend weitere Energieressourcen, um sein Wirtschaftswachstum beizubehalten. Zentralasien hat zahlreiche Erdgasvorkommen, auf die Peking ein Auge geworfen hat.

Doch Russland möchte, die wirtschaftliche und politische Expansion Chinas eindämmen. Denn Zentralasien ist traditionell das Einflussgebiet der Russen und Chinas ist ein Konkurrent in der Region. Der Zugriff Chinas auf die Erdgasvorkommen Zentralasiens würde Russlands weltweite Vormachtstellung in der Erdgasindustrie in Schwierigkeiten bringen.

Deshalb sollen Energieabkommen mit China geschlossen werden. Anders ist eine Kontrolle der Ambitionen Chinas nicht möglich. Aktuell befindet sich Russlands Premierminister Mewedew auf einem dreitägigen Staatsbesuch in Peking.

Schon am Donnerstag schlossen Peking und Moskau ein Erdöl-Lieferabkommen im Wert von 85 Milliarden US-Dollar ab, berichtet South China Morning Post (SCMP). Das russische Mineralölunternehmen Rosneft wird China in den kommenden zehn Jahren mit insgesamt 100 Millionen Tonnen Erdöl beliefern.

Zudem wurde ein Erdgas-Liefervertrag zwischen Gazprom und dem Energiekonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) geschlossen. So sollen auch jährlich etwa 38 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach China fließen.

Medwedew zeigte sich erfreut über die Einigungen in der Energiefrage. „Die bilateralen Beziehungen haben noch nie zuvor einen derartigen Höhepunkt erreicht (…) Das ist eine gute Sache. Denn wir sind Nachbarn“, zitiert SCMP den russischen Premier.

Mit dem jüngsten Ölabkommen hat Russland auch die Möglichkeit erlangt, einen größeren Einfluss auf seinen größten Konkurrenten in Zentralasien auszuüben.

Offenbar ist das Expansionspotential Chinas mit dem Abkommen gedrosselt worden.

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