Naturgewalt: Heftiges Erdbeben in Japan, AKW Fukushima evakuiert

Ein Erdbeben der Stärke 6,8 bis 7,23 hat die Region Fukushima erschüttert. Die Atom-Ruine musste evakuiert werden. Die Lage um die hochradioaktiven Brennstäbe ist kritisch.

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat die Region Fukushima erschüttert. Die japanischen Behörden gaben eine Warnung vor einem voraussichtlich einen meter-hohen Tsunami aus, meldet der Fernsehsender NHK. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum sagte dagegen, dass es keine Flutwelle erwartet. Die nationale Erdbebenwarnstelle hat die Warnstufe Gelb für die Regionen Fukushima, Iwate, Miyagi, Ibaraki und Teile der Region Chiba ausgerufen. Diese Stufe bedeutet noch keine unmittelbare Gefahr, aber erhöhte Wachsamkeit.

Bisher haben die Wellen an der Küste vor Fukushima lediglich etwa 30 cm Höhe erreicht.

Zunächst wurden von der Atom-Ruine in Fukushima keine Schäden gemeldet. Es wurde auch keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Firma Tepco hat jedoch vorsorglich die Evakuierung der Anlage angeordnet. Die Arbeiter wurden angewiesen, sich vom Meeresspiegel zu entfernen und höher gelegene Orte aufzusuchen.

Ein Sprecher der Präfektur Fukushima sagte der AP, dass es zwar ein starkes Beben gewesen sei, dass jedoch keine Gegenstände in den Häusern von den Tischen gefallen sei. Ein solches Beben sei man in der Region gewöhnt.

In Fukushima Daichi lagern 1.300 zerstörte Brennstäbe. Wenn sich diese Brennstäbe berühren, besteht die Gefahr, dass die Lage außer Kontrolle gerät.

Es ist unklar, was die Evakuierung der Tepco-Arbeiter bedeutet: Die Atom-Ruine muss beständig gekühlt werden. Schon nach dem letzten Taifun war radioaktives Wasser massenweise in das Meer ausgetreten.

Der Unit 4 hat schwere Schäden an dem Fundament – das Fundament schwimmt eigentlich nur noch. Wenn das Gebäude einstürzt, müssten alle Helfer das Gelände dauerhaft verlassen. Die Folgen wären unabsehbar.

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