Hilfe für Bedürftige: Türkei spendet 2012 3,5 Milliarden Dollar

Die Türkei soll sich im Jahr 2012 mit rund 3,5 Milliarden Dollar im Ausland engagiert haben. Hilfe gab es für eine ganze Reihe von Entwicklungsprojekten. Angefangen von Schulen bis hin zur Bereitstellung von sauberem Wasser. Bedacht wurden insgesamt 121 Länder. Der Fokus lag jedoch im eigenen Land und den hier lebenden syrischen Flüchtlingen.

Die Hilfsgelder der Türkei für ausländische Bedürftige sollen enorm gestiegen sein. Insgesamt profitierten 121 Länder von Hilfsgeldern in Höhe von bis zu 3,5 Milliarden Dollar. Geschuldet ist dieser Anstieg vor allem der Situation im benachbarten Syrien.

Zusammengestellt wurden die jüngsten Zahlen von der Türkischen Internationalen Agentur für Zusammenarbeit (TİKA). Der offensichtlichste Grund für den rasanten Anstieg der Aufwendungen sei demnach die Versorgung der syrischen Flüchtlinge in acht türkischen Provinzen. Allein diese Menschen erhielten 979 Millionen Dollar an Hilfsgeldern. Daneben wurden einigen Entwicklungsländern Darlehen und Budgethilfen gewährt, die ebenfalls zum aktuellen Anstieg geführt hätten. Im Juli dieses Jahres kam die  Forschergruppe Development Initiatives (DI) in ihrem GHA Report 2013 zwar auf eine deutlich niedrigere Zahl. Insgesamt schnitt die Türkei jedoch auch in dieser Auswertung als viertgrößtes Geberland hinter den USA, der EU und Großbritannien ab (mehr hier).

Geber müssen enger mit den Ländern zusammenarbeiten

Ein generelles Problem bleibt trotz unterschiedlicher Zahlen: So forderte die DI die Geberländer schon im Sommer dazu auf, in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Regierungen mehr Geld für mehrjährige Krisen und die Katastrophenvorsorge bereitzustellen. So hätte zum Beispiel eine frühere Intervention in Somalia zahlreiche Leben retten können. Schätzungsweise 257.000 Somalier, etwa 4,6 Prozent der Bevölkerung, starben zwischen 2010 und 2012 an Hunger (mehr hier).

„Die Türkei ist nicht länger die Hand, die empfängt. Aufgrund des politischen und wirtschaftlichen Erfolgs unter der AKP ist sie nun die Hand, die gibt“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den stellvertretenden Premier Bekir Bozdağ mit Blick auf den aktuellen Bericht. Demzufolge flossen die türkischen Gelder vor allem in den Nahen Osten. Dieser erhielt im Jahr 2012 46,6 Prozent der Entwicklungshilfe, während 31 Prozent der Beihilfe nach Afrika flossen. 18 Prozent entfielen auf Süd-und Zentralasien, drei Prozent auf den Balkan und Osteuropa. Die Länder, denen offiziell die meisten türkischen Entwicklungshilfen gewährt wurden, waren Syrien, Ägypten, Afghanistan, Kirgistan, Somalia, Sudan, Tunesien, Palästina, Kasachstan und Bosnien und Herzegowina.

Die Türkei hat schon im Jahr 2011 insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar an Unterstützung für Entwicklungs- und Schwellenländer ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach das bereits einem Mehraufwand von 31,6 Prozent (mehr hier).

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