Deutsche Unternehmen helfen Russland bei Korruptions-Bekämpfung

Mehrere deutsche Unternehmen haben kurz vor ihrer Tätigkeit in Russland ein Abkommen zur „ Einhaltung der Prinzipien der korporativen Ethik“ unterzeichnet. Dadurch soll die Korruption in Russland bekämpft werden.

Korruption ist in Russland weit verbreitet. Doch in Russland wirtschaftende deutsche Unternehmen sollen mit gutem Beispiel voran gehen. Sie sollen den russischen Unternehmen als Vorbilder dienen.

Deshalb haben sie eine „Erklärung über die Einhaltung der Prinzipien der korporativen Ethik bei Ausführung ihrer kommerziellen Tätigkeit in Russland“ unterzeichnet. Sie verpflichten sich damit, von Bestechungsgeldern an russische Behörden abzulassen. Die Initiative geht auf Deutschland zurück.

Dazu führte Nikolaj Jolkin von radio STIMME RUSSLANDS ein Gespräch mit Siemens Russia-Präsident Dietrich Möller und dem Generaldirektor des Verbands der europäischen Wirtschaft in Russland (AEB), Frank Stauff. Möller sagt:

„(…) Bis 1999 war Bestechung im Ausland nicht strafbar in Deutschland und war sogar von der Steuer absetzbar bis 1999. Dann kam eine Phase, wo man die Gesetzgebung in Europa umgesetzt hat, bei Siemens war es dann das Jahr 2006, als der Skandal begann. Dann hatten wir eine Selbstreinigungsphase bis 2008 gehabt (…).“

Stauff sagt, dass es sehr schwer sei Korruption wieder loszuwerden, wenn sie zu einer „Tradition in der Gesellschaft“ geworden ist. Korruption habe immer einen Geber und einen Nehmer. Die Abgewöhnung würde zwei bis drei Generationen in Anspruch nehmen.

„Das ist eigentlich nicht schwierig. Das ist aufwendig, es zu tun. Es erfordert vielleicht auch ein bisschen Mut. Man muss es mit eigener Firma beginnen (…)“, so Möller.

Doch Korruption ist auch in Deutschland ein Problem. Der deutschen Wirtschaft soll dadurch ein jährlicher Schaden in Höhe von 250 Milliarden Euro entstehen, berichtete im vergangenen Jahr DIE WELT. Bestechung und Vorteilsnahme seien gang und gäbe in Deutschland. Die Zeitung berief sich auf die Ergebnisse des österreichischen Ökonomen Friedrich Schneider. Seine Berechnungen orientieren sich an dem Korruptionsindex (CPI). Der CPI wird von der Organisation Transparency International erstellt.

In Russland wandert jährlich eine verhältnismäßig geringere Summe in dunkle Kanäle. Die liegt bei etwa 217 Milliarden Euro (mehr hier).

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