Nach der Fukushima-Katastrophe: Tepco fährt Milliardengewinn ein

Während die Atom-Ruine von Fukushima Daiichi weiter eine unabsehbare Gefahr für ganz Japan ist, meldet die Betrieber-Firma einen Milliarden-Gewinn. Nun soll das Unternehmen aufgespalten werden: Für die Entsorgung der Katastrophe sind dann die Steuerzahler zuständig, für den Profit die Firma Tepco.

Der Fukushima-Betreiber Tepco hat erstmals seit der Atom-Katastrophe vor zweieinhalb Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der japanische Energiekonzern wies am Donnerstag für die sechs Monate bis Ende September einen Nettogewinn von umgerechnet 4,6 Milliarden Euro nach einem Verlust von 2,2 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Der Umsatz stieg im ersten Geschäftshalbjahr um fast zwölf Prozent auf 24 Milliarden Euro. Dennoch stehen dem mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gestütztem Unternehmen unsichere Zeiten bevor: Die Regierung erwägt, Tepco wegen seiner massiven Probleme bei der Bewältigung der AKW-Havarie aufzuspalten und Befugnisse zu entziehen.

Der Konzern, der eine Vielzahl weitere Kraftwerke betreibt, sieht sich immensen Schadensersatzforderungen ausgesetzt und kann nur einen Bruchteil der für die Stilllegung der schwerbeschädigten Atomanlage nötigen Mittel selbst aufbringen. Zugleich reißt die Pannenserie in Fukushima nicht ab. Anfang Oktober wurden fast täglich Probleme bekannt.

In dem AKW 200 Kilometer nördlich von Tokio kam es nach dem Jahrhundertbeben und dem verheerenden Tsunami zur schlimmsten Atomkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986. Tepco steht wegen seines Krisenmanagements schwer in der Kritik. Dem Konzern wird vorgeworfen, unprofessionell und zu langsam reagiert zu haben.

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