Keine neue Registrierung für 2014: Größte islamische Schule Australiens steht vor dem Aus

Der größten islamischen Schule in Australien droht offenbar die Schließung. Inspektoren haben angekündigt, dass man der Malek Fahd Islamic School in New South Wales keine neue Registrierung für das Jahr 2014 ausstellen werden sollte. Grund sind Ungereimtheiten in den Büchern.

Die Malek Fahd Islamic School in New South Wales ist von der Schließung bedroht. Adrian Piccoli, Bildungsminister von New South Wales zeigte sich „zutiefst besorgt“ über  Präsenzzahlen, den Lehrplan, die pädagogische Qualität sowie die Sicherheit und Normen der größten Anstalt dieser Art auf dem gesamten Kontinent.

Bereits am 10. Dezember dieses Jahres soll der Studienrat des Bundesstaates zusammenkkommen, um über die Zukunft der Schule zu beraten. Das berichtet das Nachrichtenportal Worldbulletin. Fällt die Entscheidung zu Ungunsten der Schule aus, wären davon aktuell 2500 Schüler betroffen.

Zu kämpfen hat die Einrichtung offenbar seit längerem. Schulleiter Dr. Ray Barrett ist bereits der vierte Rektor in zwei Jahren. Geholt worden sein soll er wegen seines Rufes, ins Schwanken geratene Schulen wieder auf den rechten Kurs zu bringen. „Wir haben die notwendigen Verbesserungen, die durch das Board of Studies im Auftrag des Ministers gefordert wurden, durchgeführt. Wir sind in keinerlei Hinsicht eine leistungsschwache Schule“, so Barrett. Die Anmeldungen würden sogar steigen.

Schule als „leichtes Ziel“

Ebenso zuversichtlich klingt Hannah Masri, Schriftführerin des Freundeskreises der Schule. Obwohl es Bedenken hinsichtlicher der finanziellen und administrativen Situation der Einrichtung gebe, seien die meisten Eltern zufrieden mit dem akademischen Hintergrund, der Bildung und dem Personal an der Schule. Vielmehr dränge sich der Eindruck auf, dass die Schule ein „leichtes Ziel“ sei. Geteilt wird diese Einschätzung auch von Dr. Barrett. Die Schule werde seiner Ansicht nach von der Regierung unfair behandelt. Jetzt solle die Einrichtung ganze neun Millionen australische Dollar an einstigen Zuschüssen zurückzahlen. Zuvor waren Vorwürfe aufgetaucht, dass die Schule die Gelder an Dritte weitergereicht haben soll. Nach einer Prüfung durch die Bundesregierung konnten diese Vorwürfe jedoch entkräftet werden.

Derzeit läuft gegen die Schule jedoch noch eine Untersuchung wegen Missmanagements von Mitteln. Sollte die Einrichtung im Zuge dessen aus dem Register genommen werden, würden ihr damit staatliche Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des gesamten Schulbudgets wegbrechen.

Muslime befinden sich bereits seit mehr als 200 Jahren in Down Under und machen dort knapp 2.2 Prozent der 20 Millionen Einwohner aus. Sie stellen die viertgrößte religiöse Gruppe.

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