Türkei: Abgeordnete bezeichnet Kopftuch als „zweischneidiges Schwert“

In der Türkei tobt eine Islam-Debatte. Auslöser der Debatte ist der Umstand, dass sich vier weibliche Abgeordnete der AKP für das Tragen des Kopftuchs entschieden haben. Doch die Opposition läuft Sturm. Sie macht auf den „Zwang“ aufmerksam, der hinter dem Kopftuch stehe.

Die Abgeordnete der türkischen Sozialdemokraten, Şafak Pavey, hat das Kopftuch als „zweischneidiges Schwert“ bezeichnet. Zum einen sei es ein Symbol der Religionsfreiheit. Doch zum anderen sei es auch ein Symbol für religiöse Unterdrückung.

Pavey sagte in einer Parlaments-Rede, dass es Frauen gibt, die aus eigenem Willen heraus das Kopftuch tragen würden. Doch viele Mädchen entscheiden sich zu diesem Schritt aufgrund des familiären Drucks, dem sie ausgesetzt seien. „Ich rede hier über die fünfjährigen Mädchen, die zum Tragen des Kopftuchs gezwungen werden. Ich rede auch über die 15-jährigen Mädchen, die zum Heiraten gezwungen werden“, so Pavey.

Es liege nun in den Händen der Kopftuch tragenden Parlamentarierinnen, sich für die Menschenrechte der Frauen in der islamischen Welt einzusetzen. Zudem kritisiert Pavey, dass sich jene weibliche Abgeordnete zwar durchgehend für ihre religiösen Freiheiten einsetzen. Doch an der Religionsfreiheit für andere Menschen seien sie nur wenig interessiert.

Am Donnerstag kamen vier AKP-Parlamentarierinnen erstmals mit Kopftüchern ins Parlament. Zu ihnen gehören Nurcan Dalbudak, Sevde Beyazıt Kaçar, Gönül Bekin Şahkulubey und Gülay Samancı, berichtet BBC Türkçe.

Doch alle vier AKP-Frauen trugen zuvor weder im privaten- noch im öffentlichen Leben Kopftücher. Diese Entscheidung fassten sie erst kürzlich.

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