Watchdog: Syrischer Bürgerkrieg kostet mehr als 120.000 Menschenleben

In den vergangenen 31 Monaten hat der syrische Bürgerkrieg über 120.000 Menschen das Leben gekostet. Das gab die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) bekannt. Gut ein Drittel davon waren Zivilisten.

Die Unruhen im türkischen Nachbarstaat Syrien haben seit März 2011 120,296 Tote gefordert. Unter den Opfern befanden sich nach Angaben der in Großbritannien ansäßigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) 42.495 Zivilisten, darunter 6.365 Kinder und 4.269 Frauen. Darüber hinaus kostete der Bürgerkrieg 25.699 Rebellen und 48.880 Anhänger des Assad-Regimes das Leben.

Unter den dokumentierten Todesfällen auf Seiten der Oppositionskämpfer haben sich 18.122 Zivilisten befunden, die im Zuge der Niederschlagung der Revolutionsbewegung ihre Waffen gegen die syrische Regierung erhoben hatten. Weitere 2.022 seien Soldaten gewesen, die von der Armee übergelaufen waren. 5.375 Todesopfer waren ausländische Dschihadisten, die nach Syrien gereist wareb, um gegen al-Assads Truppen zu kämpfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Schicksal Tausender ist ungeklärt

Unter den Loyalisten wiederum befanden sich 29.954 Soldaten der syrischen Armee. 18.678 Todesopfer auf dieser Seite stammten aus anderen sympathisierenden Bewegungen. Weitere 187 waren Mitglieder der mächtigen schiitischen Hisbollah im Libanon (mehr hier). Daneben wurden 61 nicht-syrische, pro-Regime-Kämpfer getötet. 2.772 Leichname konnten nicht identifiziert werden.

Die Gruppe, die auf ein breites Netzwerk an Ärzten, Anwälten und Aktivisten in ganz Syrien zurückgreifen kann, geht davon aus, dass die tatsächliche Anzahl der Toten noch weitaus höher liegen könnte. Das Schicksal von Tausenden könnte in den Kriegswirren ungeklärt bleiben. Unter diesen Verschwundenen befänden sich „mehr als 10.000 Gefangene und Vermisste in Gefängnissen des Regimes, sowie mehr als 3.000 Soldaten, die von den Rebellen gefangen gehalten werden“. Darüber hinaus seien Hunderte Zivilisten entführt worden (mehr hier).

Unterdessen kamen am späten Donnerstagabend Berichte auf, wonach Israel eine syrische Luftwaffenbasis nahe der Hafenstadt Latakia angegriffen haben soll. Dabei sollen Waffen zerstört worden sein, die für die pro-iranische Hisbollah bestimmt gewesen sein könnten. Ziel des Angriffs soll ein hochmodernes Flugabwehrsystem Syriens gewesen sein. Das berichtet die CNN.

Gefahr für Leib und Leben droht aber nicht nur durch Waffengewalt. Das seit 1999 von Kinderlähmung befreite Syrien hat nun mit neuen Fällen des Polio-Viruses zu kämpfen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit. Nachgewiesen wurde der Virus bereits bei zehn sehr kleinen Kindern. Insgesamt waren 22 Kinder in der Provinz Deir Al Zour mit den typischen Symptomen aufgefallen.

Mehr zum Thema:

Krieg in Syrien: Jetzt gehen der Bevölkerung die Lebensmittel aus
Saudis wütend über Absage des Syrien-Krieges
Zum Bersten gefüllt: Mehr als 600.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.