Studenten-​Proteste in der Türkei: Amnesty fordert Stopp der Polizeigewalt

Auch die Menschenrechts-Organisation Amnesty International nimmt Kenntnis von den aktuellen Studenten-Protesten in Ankara. Sie fordert ein Stopp der Polizei-Einsätze gegen die jungen Menschen. Die wiederum protestieren gegen ein Bauvorhaben auf dem Campus der ODTÜ-Universität.

Die internationale Menschenrechts-Organisation Amnesty International fordert einen Stopp der exzessiven Polizeigewalt gegen protestierende Studenten in Ankara. Die Studenten der ODTÜ-Universität protestieren gegen ein Bauvorhaben auf ihrem Campus.

In einer Mitteilung schreibt die Organisation, dass die Polizei auch friedliche Demonstranten attackiert habe. Zudem seien Plastik-Geschosse eingesetzt worden. Eine Person habe Handverletzungen erlitten.

Bereits seit dem 6. September wird an der ODTÜ gegen die geplanten Baumaßnahmen demonstriert. Vorgesehen sind zwei Straßen, die sich über das Campusgelände ziehen. Die kleinere der beiden Straßen soll wie geplant umgesetzt werden. Die zweite soll nun durch einen Tunnel geführt werden, um den Eingriff in die Umwelt zu minimieren (mehr hier).

Im Zuge der Proteste hatten die Studenten auch versucht, einige Baumaschinen zu besetzen. Doch der Versuch der Besetzung von Baumaschinen scheiterte, als die Polizei mit Wasserwerfern und Bereitschafts-Polizisten einschritt. Auch Polizei-Helikopter waren im Einsatz.

Offenbar hatten die Sicherheitskräfte einen derartigen Vorfall erwartet. Doch Verletzte oder Festnahmen soll es nicht gegeben haben. Die Demonstranten konnten rechtzeitig fliehen (mehr hier).

Der scheidende EU-Botschafter der Türkei, Jean-Maurice Ripert, hatte die Vorgänge in der Hauptstadt mit großer Sorge beobachtet. Es werden Fehler wiederholt, wie man sie erst bei den Gezi-Park-Protesten erlebt hatte (mehr hier).

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