Bürgerkrieg in Syrien: Industriesektor büßt 2,2 Milliarden Dollar ein

Während der vergangenen 31 Monate hat der Bürgerkrieg in Syrien nicht nur unzählige Menschenleben gekostet. Auch der wirtschaftliche Schaden ist immens. Syriens Industrieminister Kamaleddine Tohme beziffert die Einbußen der hiesigen Industrie derzeit mit rund 2,2 Milliarden Dollar. Die tatsächlichen Zahlen könnten jedoch weitaus höher sein.

Der syrische Industrieminister Kamaleddine Tohme hat am Sonntag die Schäden des Bürgerkriegs für den Industriesektor seines Landes genannt. Demnach sind allein hier seit Beginn der Unruhen im März 2011 mehr als zwei Milliarden US-Dollar verloren gegangen. Auch ein künftiger Aufbau wird Syrien teuer zu stehen kommen.

„Die Verluste in der Industrie vom Beginn der syrischen Krise bis zu diesem Oktober betragen 336 Milliarden syrische Pfund (2,2 Mrd. Dollar)“, zitiert ihn die regimetreue Zeitung Al-Watan. Der private Industriesektor hätte demnach Einbußen von 1,5 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Im öffentlichen Bereich wären es 700 Millionen Dollar gewesen.

Gleichzeitig weist Tohme jedoch darauf hin, dass diese Zahlen nicht das ganze Bild widerspiegeln. So lägen derzeit keine Angaben aus Gebieten vor, die von den Rebellen kontrolliert würden.

Über 70 Milliarden Dollar für Wiederaufbau nötig

In den vergangenen zweieinhalb Jahren kostete der syrische Bürgerkrieg mindestens 120.000 Menschen das Leben. Millionen wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.  Derzeit halten sich allein 600.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei auf (mehr hier). Auch die Wirtschaft des Landes ist mittlerweile am Boden. Die Inflation steigt und das syrische Pfund befindet sich weiter auf Talfahrt. Nach Angaben der Vereinten Nationen lebt im Augenblick mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung in Armut.

Um die bisher entstandenen Schäden zu reparieren, bräuchte es in Syrien eine Millionenschaft an Bauarbeitern. Die Kosten hierfür würden sich auf über 70 Milliarden Dollar belaufen. Wenn der Wiederaufbau jetzt starten würde, hätten es die Arbeiter mit gut 10.000 Baustellen zu tun. Dafür seien 15.000 Lkws und 10.000 Betonmischer nötig, die von sechs Millionen Arbeitern bedient würden. Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn man die Arbeiten sofort begänne (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Krieg in Syrien: Jetzt gehen der Bevölkerung die Lebensmittel aus
Saudis wütend über Absage des Syrien-Krieges
Frankfurt: Salafistische Deutsch-Türken ziehen in den Syrien-Krieg

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.