Forschung und Entwicklung: Deutschland und Türkei sind enge Kooperations-Partner

Die wissenschaftliche Kooperation zwischen der Türkei und Deutschland ist eng und soll sich weiter vertiefen. Deutschland gilt als eines der Forschungs-Anziehungspunkte der Welt. Doch auch die Türkei baut ihre Forschungslandschaft aus.

Die Türkei und Deutschland sind enge Kooperationspartner im Bereich der Forschung und Entwicklung (FuE).

In den vergangenen Jahren waren türkische Wissenschaftler in Deutschland an 12 Prozent aller Nano-Technologie-Projekte beteiligt. An jeweils sieben von hundert Nano-Technologie-Projekten im EU-Raum sind ebenfalls türkische Forscher beteiligt, berichtet netgazete.com.

In einem Diskussions-Papier der Uni Hohenheim heißt es, dass türkische Akteure aus der Nano-Technologie-Branche mit deutschen Akteuren aus derselben Branche weitgehend vernetzt seien. Doch die Vernetzung laufe nicht einher mit den zentralen Akteuren in Deutschland. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Die Türkei versucht hingegen auch ihre eigenen Kapazitäten in der Forschungslandschaft auszubauen. So ist die Sabancı Universität in Istanbul aktuell dabei ihr Nano-Technologie-Zentrum auszubauen. Die Investition soll insgesamt 30 Millionen Euro betragen, berichtet Germany Trade & Invest.

Eine Zusammenarbeit zwischen dem wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) besteht schon seit 1984. Schwerpunkte der Kooperation sind Material- und Energiewissenschaften, Gesundheit und Biotechnologie, Umwelttechnologie und Wassertechnologien und Informations- und Kommunikationstechnologien, berichtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Andreas Pyka von der Uni Hohenheim sagt, dass die Forschungs-Kooperation zwischen Deutschland und der Türkei sich auch in Zukunft vertiefen werde. Die Türkei profitiere sowohl von den traditionsreichen staatlichen Hochschulen als auch von den Privathochschulen. Dort kämen sehr viele Forscher her.

Doch es sei noch zu früh für Prognosen in Bezug auf mögliche große Erfolge der FuE-Branche in der Türkei. Denn das hänge zum einen von den privaten und zum anderen von den staatlichen Investitionen ab, zitiert ihn netgazete.com.

Im Juli hatte die türkische Koç-Gruppe den Spatenstich zum größten ingenieurwissenschaftlichen Forschungszentrum der Türkei vollzogen. Das Zentrum soll 2014 in Istanbul in Betrieb genommen werden. 1.300 Ingenieure und weitere 1.500 Angestellte sollen eingestellt werden (mehr hier).

Der türkische Staat möchte bis zum Jahr 2023 insgesamt 60 Milliarden US-Dollar in die Forschung investieren. Die AKP-Regierung versichert, dass die FuE-Branche von möglichen Budget-Kürzungen nicht betroffen sein werde (mehr hier).

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