Berliner Senat streicht vier Millionen Euro Fördermittel für Ausbildungs-Einrichtung

Der Berliner Senat streicht Ausbildungs-Fördermittel in Höhe von vier Millionen Euro. Betroffen ist die bbw Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsgesellschaft mbH in Spandau. Doch die Einrichtung konnte bisher große Erfolge verzeichnen. Etwa 90 Prozent der Azubis konnten nach ihrer Ausbildung einen Arbeitsplatz finden.

Der Berliner Senat will Fördermittel in Höhe von vier Millionen Euro für eine Ausbildungs-Einrichtung streichen. Die Streichung soll ab Mitte August 2015 durchgeführt werden. Sie betrifft die Berufsausbildungs-Förderung der bbw mbH in Spandau.

Betroffen ist speziell das Projekt Modulare Duale Qualifizierungs-Maßnahme (MDQM). Das würde dann komplett wegfallen. Die MDQM bietet Jugendlichen die Chance, einen höheren Bildungsabschluss nachzuholen und eine Ausbildung zu absolvieren. Es werden 22 Ausbildungsberufe angeboten, die auf bbw-gruppe.de einzusehen sind.

„Wir bieten den Jugendlichen eine fachpraktische Ausbildung“, sagt bbw mbH-Vorsitzender Karl-Heinz Velten den DTN. So haben nach Angaben von Velten bisher etwa 70 Prozent aller Jugendlichen ihre Ausbildungen erfolgreich absolviert. Etwa 90 Prozent der Absolventen fanden einen Arbeitsplatz.

Velten möchte das MDQM-Projekt weiterführen. Das sei wichtig, um einer möglichen hohen Jugendarbeitslosigkeit entgegenzutreten. Aktuell gebe es keinen anderen Träger in Spandau, welcher dieses Projekt ersetzen könnte.

Unterstützung erhält Velten vom Generalsekretär der CDU-Berlin, Kai Wegner. Auch er ist gegen die Kürzung der Fördermittel. Den DTN schreibt Wegner:

„Der Wegfall des MDQM-Projekts würde eine große Lücke in der Berliner Ausbildungslandschaft hinterlassen, weil es für diese Art der Ausbildung keine anderen Träger gibt. Hier geht es um die Zukunft von vielen Hundert benachteiligten Jugendlichen, die ohne die Qualifizierungsmaßnahme kaum eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe hätten. Bildungssenatorin Scheeres spart am völlig falschen Ende (…)“

Sie sei aufgerufen, ihre „krasse Fehlentscheidung zu revidieren“. Dazu habe Wegner die Bildungssenatorin bereits in einem Schreiben vom August dieses Jahres aufgefordert. Eine Antwort sei ausgeblieben.

Frau Scheeres könne die Förderung des MDQM-Projekts aus ihrem Haushalt erwirtschaften. „Das ist eine Frage des Wollens und der politischen Prioritätensetzung“, so Wegner in der Mitteilung an die DTN.

Die Streichung der Förderung aus öffentlichen Mitteln dürfte auch zum Wegfall von Arbeitsplätzen bei der bbw mbH führen. Das Lehrpersonal im Rahmen des MDQM-Projekts wäre dann von heute auf morgen arbeitslos.

Doch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) möchte an ihrem Kurs festhalten. Im Gespräch mit den DTN sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, dass die Entscheidung nicht willkürlich gefällt wurde. 2011 sei dieser Beschluss im Rahmen einer Sondersitzung getroffen worden. An der Sitzung hätten auch Sozial- und Wirtschaftspartner teilgenommen.

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