Erste unterirdische Moschee der Welt steht kurz vor der Eröffnung

Um die Sancaklar Moschee im Istanbuler Distrikt Buyukcekmece zu erreichen, muss man sich auf einiges einlassen können. Der heilige Ort verlangt dem Gläubigen eine Reise sieben Meter unter die Erde ab. Belohnt wird er dafür mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre und Architektur.

Die Sancaklar Moschee ist keine gewöhnliche Moschee. Das Bauwerk im Istanbuler Distrikt Buyukcekmece versteckt seine Pracht vor dem Sonnenlicht. Um zum Gebet zu gelangen, geht es tief hinunter in einen schlichten, aber dennoch eindrucksvollen Raum. Einen solchen Plan gab es bisher noch nie.

Im Gegensatz zu vielen anderen Moscheen auf der Welt, hat diese heilige Stätte einen völlig neuartigen Stil. Enstanden sei dieser aus einem tiefen architektonischen Verständnis über die Geschichte des Islam, so das Portal Worldbulletin. So sei das Projekt von der Höhle von Hira inspiriert worden. Dort auf dem Dschabal an-Nur soll der Prophet Mohammed die erste Offenbarung des Qurans empfangen haben.

Platz für rund 650 Gläubige

Die Sancaklar Moschee ist die erste Moschee weltweit, die unter der Erde gebaut wurde. Voraussichtlich wird sie in wenigen Wochen eröffnet. Konzipiert wurde sie von dem namhaften Architekten Emre Arolat und soll auf ihren 1.200 Quadratmeter Platz für 650 Gläubige bieten.

Die Idee erscheint zunächst befremdlich. Der Mufti von Buyukcekmece, Mehmet Narin, scheint bereits Gefallen an dem ungewöhnlichen Projekt zu haben: Moscheen seien Orte zum Nachdenken und Beten. Sie seien Zweige der Kaaba. Der neue Ort werde aufgrund des Fehlens von Moscheen dringend gebraucht. Denn in diesem Bezirk gebe es viele Villen, aber eben keine Moscheen. Auch der islamische Friedhof in Altach, im Bezirk Feldkirch, sorgte für Aufsehen in der Architekten-Szene (mehr hier).

Erster Preis beim World Architecture Fest 2013

Die Mixtur aus Tradition und Moderne befindet sich bereits seit Mai 2011 im Bau und wurde auch beim größten Architektur-Event der Welt mit einem ersten Preis bedacht. Während des World Architecure Festival hat eine internationale Architekten-Jury das türkische Moschee-Projekt in diesem Jahr zum Sieger in der Kategorie Religion gekürt. Die sechste Ausgabe der Veranstaltung fand vom 2. bis 4. Oktober in Singapur statt, um dort Fragen aktueller Architektur zu diskutieren. Insgesamt traten 267 Projekte aus 42 Ländern in 29 Kategorien gegeneinander an. Zum „World Building of the Year“ wurde die Auckland Art Gallery Toi o Tamaki von Francis-Jones Morehen Thorp (FJMT) und Archimedia gekürt.

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