Bauer in der Türkei tötet letzten „Anatolischen Leoparden“

In Südost-Anatolien hat ein Bauer den offenbar letzten „Anatolischen Leoparden“ getötet. Nach Angaben des Bauern sei er vom Leoparden attackiert worden. Doch türkische Wissenschaftler schließen das aus. Der „Anatolischen Leopard“ werde nur dann aggressiv, wenn er attackiert oder provoziert werde.

In der Türkei sorgt ein Vorfall für Aufregung unter türkischen Tierschützern und Wissenschaftlern. In der südost-anatolischen Stadt Diyarbakır hat ein Bauer den offenbar letzten „Anatolischen Leoparden“ getötet. Kasım Kaplan soll vom Leoparden angegriffen worden sein. Er habe sich nur verteidigen wollen und machte deshalb von seinem Jagdgewehr Gebrauch.

„Die Existenz von Leoparden in den Gebirgsgegenden von Ostanatolien war uns bekannt. Doch wir hielten diese Neuigkeit zurück, um diese Art nicht zu gefährden“, zitiert das Online-Portal Haber 7 den Biologen von der Ankara Universität, Nuri Yiğit. Denn das Fell des „Anatolischen Leoparden“ sei besonders wertvoll.

Der Zoologe von der Ägäis Universität, Bayram Göçmen, glaubt nicht daran, dass der „Anatolischen Leopard“ ausgestorben sei. Das Gebiet um die Stadt Hakkâri herum sei ein hochgelegenes Waldgebiet. Alleine die Sichtung eines Leoparden sei ein Beweis dafür, dass der „Anatolischen Leopard“ zurückgekehrt sei. Göçmen glaubt sogar, dass diese seltene Leoparden-Art sich in den kommenden Jahren verbreiten werde. Die Tötung des Leoparden sei ein Skandal.

„Anatolische Leoparden werden nur dann aggressiv, wenn sie provoziert werden“, zitiert Haber 7 den Zoologen. Das Ministerium für Wald und Wasserwirtschaft hat eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet.

Es wird untersucht, ob der Bauer den Leoparden vorsätzlich getötet hat. Sollte seine Schuld bewiesen werden, droht dem Bauern eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 TL.

Der Biologe Lothar Frenz sagt in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur, dass weltweit 99 Prozent aller Tierarten ausgestorben seien. Doch der Prozentsatz beziehe sich auf den Verlauf der gesamten Menschheitsgeschichte. Zudem sei es völlig normal, dass Tierarten komplett aussterben oder in neue Tierarten übergehen.

Frenz sagt:

„Die Wandertaube war bis vor 200 Jahren, kann man sagen, der häufigste Vogel der Erde. Heute kennt ihn kaum noch jemand. Der ist in riesigen Schwärmen durch Nordamerika gezogen, Schwärme von Milliarden, die über Stunden und Tage den Himmel verdunkelt haben.“

Doch die „weißen Siedler“ haben die Tauben abgeschossen, um sie als billiges Fleisch zu nutzen. Der Bestand sei somit rapide zurückgegangen. Die letzte Wandertaube ist 1914 in Ohio im Cincinnati-Zoo gestorben.

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