Handelsbilanz-Defizit bereitet Kopfzerbrechen: Türkei weltweit auf Platz fünf

Im Ranking der Länder mit den größten Handelsbilanz-Defiziten ist die Türkei auf Platz fünf. Das Land versucht ausländische Direktinvestitionen ins Land zu ziehen, um die Abhängigkeit von kurzfristigen Kapitalzuflüssen zu verringern. Doch Erfolge konnten bisher nicht vorgewiesen werden.

Das aktuelle Handelsbilanz-Defizit der Türkei liegt bei 60,661 Milliarden US-Dollar. Damit ist das Land auf Platz fünf der Länder mit den größten Defiziten bei der Handelsbilanz.

Die USA führen die Liste mit 451,458 Milliarden US-Dollar an. Auf Platz zwei liegt Indien mit 77,601 Milliarden US-Dollar. Darauf folgen Brasilien mit 74,012 Milliarden US-Dollar und England mit 69,096 Milliarden US-Dollar, berichtet die Zeitung Sözcü.

Doch 2014 soll es für die Türkei noch schlechter laufen. „Nach Erwartungen des IWF wird die Türkei 2014 sogar einen Platz vorrücken. Das Handelsbilanz-Defizit wird sich vertiefen“, zitiert Sözcü den CHP-Abgeordneten Umut Oran. Er geht sogar weiter und sagt, dass das aktuelle Handelsbilanzdefizit bis zum Ende des Jahres die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten werde.

Die AKP-Regierung erhofft sich, das Handelsbilanz-Defizit mit ausländischen Direktinvestitionen zu bekämpfen. Sie nennt das Ganze Importsubstitutions-Strategie. Es sollen vor allem Investitionen in den Bereichen der Infrastruktur, der Energiebranche und der Versicherungsbranche gefördert werden (mehr hier). Aktuell ist die Türkei abhängig von kurzfristigen Kapitalzuflüssen. Dadurch finanziert sie ihr Handelsbilanz-Defizit.

Im Juli hatte der US-Ökonom Nouriel Roubini auf die Gefahr eines Crashes in den Schwellenländern hingewiesen. Neben der Türkei seien auch Indien, Brasilien und Südafrika betroffen von jener Gefahr (mehr hier).

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