OECD-Vergleich: Die Türken arbeiten am längsten

Fast die Hälfte aller türkischen Arbeitnehmer arbeitet 50 Stunden die Woche. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Damit sind die Türken weltweiter Spitzenreiter im Ranking der Beschäftigten mit den längsten Arbeitszeiten.

Unter 35 OECD-Staaten sind es die türkischen Bürger, die am häufigsten lange arbeiten. Fast die Hälfte hat unter der Woche regelmäßig mehr als 50 Stunden zu tun. Nahezu ein Fünftel der Beschäftigten macht Überstunden. Insgesamt sank die Zufriedenheit der Türken zwischen 2007 und 2012 um fünf Prozent. Das ist das Ergebnis der aktuellen „How’s Life“-Umfrage.

In Sachen langen Arbeitszeiten stehen die Mexikaner und Israelis der türkischen Bevölkerung nur wenig nach. In den Niederlanden, Schweden und Dänemark hingegen arbeiten nur ein bis zwei Prozent der Menschen mehr als 50 Stunden die Woche. Ein ähnliches Muster zeige sich auch für Russland, das einzige Schwellenland mit den verfügbaren Informationen zum Thema.

In der vergangenen Dekade sind die Zahlen derjenigen, die Überstunden schieben, in der OECD als Ganzes betrachtet relativ stabil geblieben. Rückgänge waren nach Angaben der OECD in Dänemark , Slowenien, Polen, Brasilien, Israel und in der Türkei zu verzeichnen. Zuwächse habe es in Luxemburg, Portugal, Chile und Mexiko gegeben.

Der jüngste Report versucht nun, die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf das Leben der Menschen zu erfassen. Abgefragt wurde hierzu eine ganze Reihe von Kriterien vom Arbeits-und Gesundheitsschutz bis hin zu Kriminalität und sozialem Engagement. Insgesamt hätten die Mitgliedsländer in den vergangenen 20 Jahren durchaus wesentliche Verbesserungen erfahren. Dennoch blieben beträchtliche Unterschiede zwischen und innerhalb der einzelnen Länder.

Lebenszufriedenheit ist deutlich zurückgegangen

Während die Schweiz, Australien, die nordeuropäischen Länder sowie Kanada, Neuseeland und Großbritannien zu den leistungstärksten Staaten gehören, liefern die USA, Irland, Luxemburg, Österreich, Belgien , Finnland, Deutschland, Frankreich, Japan, Korea, Spanien, Tschechien, Italien, die Slowakische Republik, Israel, Polen und Portugal eine durchschnittliche Performance ab. Die Türkei, Brasilien, Mexiko, Estland, Ungarn, Griechenland und Chile gehören hingegen zu den Ländern mit einer relativ geringen Leistung.

Besonders in der Eurozone nimmt unterdessen auch die „Lebenszufriedenheit“ ab. Insbesondere sind jene Länder betroffen, in denen die Krise am stärksten ausgeprägt war. Zwischen 2007 und 2012 sank die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in Griechenland um mehr als 20 Prozent, zwölf Prozent waren es in Spanien und zehn Prozent in Italien. Moderate Steigerungen gab es in Deutschland, Israel, Russland, Mexiko und Schweden.

Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben sank auch in Ungarn (sechs Prozent), den USA (sieben Prozent) und in der Türkei (fünf Prozent), während sich die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben in Deutschland, Israel, Mexiko, der Russischen Föderation und Schweden erhöht hat. Aufgezeigt wurde diese Tendenz bereits im vergangenen Frühjahr (mehr hier) und war auch zu diesem Zeitpunkt nicht neu (mehr hier). Ein signifikanter Stressanstieg von mehr als zehn Prozentpunkten wurde zudem in Finnland, Ungarn und in der Türkei beobachtet.

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