Krefeld: Rechte hissen Reichskriegs-Flagge vor Moschee

Vor einer deutsch-türkischen Moschee wurde die türkische Flagge entwendet. Stattdessen wurde eine Reichskriegsflagge aufgehängt. Die Mitglieder der Gemeinde beunruhigt der Vorfall sehr. Denn bei den Tätern handelt es sich offenbar um Rechtsradikale.

Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag die türkische Flagge vor der Mimar Sinan-Moschee Krefeld entwendet und eine Reichskriegsflagge aufgehängt. Die deutsche Flagge vor der Moschee ließen sie hängen.

Moschee-Voritzender Yıldız Yalçın sagt, dass der Imam und die Mitglieder der Gemeinde in „großer Sorge“ sind, berichtet RP Online. Doch Yalçın sagt auch, dass die islamische Gemeinde sehr guten Kontakt zur Kirchengemeinde, den Nachbarn und dem anliegenden Jugendzentrum Jojo habe.

Die Reichskriegsflagge zu zeigen oder zu hissen, ist nicht strafbar. Sie ist die Kriegsflagge des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches von 1867 bis 1921. Doch die Flagge ist vor allem in rechten Kreisen beliebt. Die örtliche Polizei ermittelt deshalb nur wegen Diebstahl.

Offenbar wollten die Täter zwei Tage vor dem Gedenktag zu den Novemberpogromen 1938 ein provokatives Zeichen setzen. Denn auch der Zeitpunkt der Tat fällt ins Auge.

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