Schnelleres Internet für die Türkei: Türk Telekom unterzeichnet Deal mit Akami Technologies

Türk Telekom und Akamai haben sich zusammengetan, um Online-Inhalte und Videos in der Türkei künftig schneller verfügbar zu machen. Der Ausbau der Internet-Infrastruktur soll bereits 2014 abgeschlossen sein.

Der führende türkische Telekommunikationskonzern Türk Telekom und der Infrastruktur-Service-Provider Akami Technologies haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Gemeinsam wollen die Unternehmen ein so genanntes Hochleistungs-Content Delivery Network (CDN) aufbauen und verwalten.

Das Ziel: Eine schnellere Bereitstellung von Online-Inhalten und Videos für türkische User.

Die Vereinbarung, die die Effizienz des türkischen Netzwerks und der aktuellen Internet-Infrastruktur optimieren soll, wurde von Türk Telekom CEO Tahsin Yılmaz und Akamai CEO Tom Leighton während einer Pressekonferenz in London in der vergangenen Woche unterzeichnet. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Mit der neuen Partnerschaft wolle man eine deutliche Steigerung in Geschwindigkeit und Leistung für Breitband-und mobile Anwender in der Türkei sicherstellen. Im Blick haben die Kooperationspartner dabei vor allem den Zugriff auf Social Media und die beliebtesten Online-Video-Websites.

Yılmaz zufolge sei geplant, die Zugriffsgeschwindigkeiten zu verdoppeln. Akamai sei einer der größten Anbieter von Content-Delivery- und Cloud-Services weltweit. Da die Arbeiten für die System-Infrastruktur bereits begonnen hätten, könnten die User bereits im ersten Quartal 2014 von einer schnelleren Bereitstellung von Inhalten profitieren. Zusätzliche Kosten kämen auf die User nicht zu. Türk Telekom ist derzeit der größte Player des Sektors mit 13,7 Millionen Festnetzanschlüssen und 7,2 Millionen Breitband-Anschlüssen.

Gesamte türkische Wirtschaft soll profitieren

Tahsin erhofft sich durch die Zusammenarbeit nicht nur Vorteile für die türkischen User, sondern auch für die türkische Wirtschaft in Gänze. Nicht nur innerhalb des Landes kämen die Internetnutzer so schneller an Inhalte, auch im Ausland kämen Interessenten leichter an die Daten. Besonders im Blick hat Tahsin hier die türkischen Medienhäuser. Diese könnten hochqualitativen Content so auch einem Publikum außerhalb der Türkei leichter zur Verfügung stellen.

Obschon die Türkei eine junge, Technologie affine Nation ist, haben sich in den vergangenen eineinhalb Jahren 1,6 Millionen türkische User für eine „sichere“ Nutzung des Internets entschieden. Das gab der türkische Minister für Verkehr und Kommunikation, Binali Yıldırım, bekannt. Die von der Regierung eingeführten Internetfilter sorgten in der Vergangenheit für großangelegte Proteste. Intellektuelle des Landes bezeichneten sie als „willkürliche, staatlich, gezielte Zensur“ (mehr hier).

Die Türkei ist weltweit einer der stärksten Märkte für digitale Technologien. Mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren haben die Türken mittlerweile mehr als 30 Millionen Facebook- und sechs Millionen Twitter-Accounts in Betrieb (mehr hier). Trotz immer wieder neu aufkommenden Hürden boomen die türkischen Unternehmensgründungen in der Internetwirtschaft. So kaufte sich beispielsweise Amazon erst Ende 2011 beim Online-Blumenversand CicekSepeti ein.

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