Geplanter Moscheebau entzweit die Bürger von Leipzig

In Leipzig tobt ein Kulturkampf zwischen dem Islam und den Einheimischen. Das jedenfalls ist die Wahrnehmung einiger Bürger, wenn es um den Bau einer Moschee geht. Die islamische Ahmadiyya-Gemeinde möchte aus eigenen Mitteln ein Gotteshaus bauen. Doch die Widerstände sind groß.

In Leipzig-Gohlis soll eine neue Moschee gebaut werden. Doch viele Leipziger sind gegen den Bau des Gotteshauses. Die Bürgerinitiative „Gohlis sagt Nein!“ stellt sich gegen das Bauvorhaben und demonstriert auf den Straßen. Während Politiker der Grünen und der SPD sich an Gegendemonstrationen beteiligen, hält sich die CDU raus aus den Demonstrationen.

Doch am vergangenen Donnerstag fand in der Michaeliskirche von Leipzig ein Bürgerforum statt. An dem Gespräch nahmen neben dem Oberbürgermeister Burkhard Jung, Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, Moschee-Bauherr und Bundesvorsitzender der Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, Pfarrer Ralf Günther auch viele Bürger teil. Es wurden insgesamt 550 Personen registriert, berichtet LVZ Online.

Wagishauser sagte den Menschen, dass die Ahmadiyya-Gemeinde eine Reformgemeinde sei. „Unsere Moscheen sind immer offen, wir möchten aus dem Hinterhof raus, wir wollen uns nicht verstecken“, zitiert LVZ Online den Konvertiten. Damit wollte Wagishauser den Menschen ihre Angst nehmen. Zeitweise wurde die Veranstaltung von NPD-Leuten gestört.

Die NPD möchte sich die anti-islamische und fremdenfeindliche Stimmung zu Eigen machen. Doch unter den Moschee-Gegnern befinden sich auch viele Normal-Bürger. Der Pfarrer der Thomaskirche, Christain Wolff, unterstützt den Bau der Moschee. „Zwischen Größenwahn und Schrebergarten – da bewegt sich Leipzig“, zitiert LVZ Online Wolff.

Zudem gibt es auch eine Bürgerbewegung, die sich für den Bau der Moschee einsetzt. Sie nennt sich „Leipzig sagt Ja!“. Im Netz hat sie 1.769 Unterstützer aus Leipzig.

Eine Sprecherin des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) sagte den DTN, dass die Ahmadiyya-Gemeinde Deutschland nicht unter Beobachtung stehe.

Doch die Vorurteile gegen Muslime in Europa sitzen offenbar tief. Sie reichen von Ablehnung bis Hass. „In vielen Ländern ist die Meinung weit verbreitet, dass der Islam schon ok ist und die Muslime auch – solange nichts davon zu sehen ist“, sagte Amnesty International-Sprecher Marco Perolini 2012 (mehr hier).

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