Illegale Einwanderer: Bulgarien macht „grüne Grenze“ zur Türkei dicht

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat Bulgarien seine Grenze zur Türkei personell abgeriegelt. Das Land versucht so die illegalen Einwanderungsströme unter Kontrolle zu bekommen. Um die Maßnahme durchzusetzen wurden 1.166 zusätzlichePolizisten abgestellt.

Bulgarien will dem Strom illegaler Einwanderer an der türkisch-bulgarischen Grenze endlich Herr werden. Mit einem Großaufgebot von über 1000 zusätzlichen Polizisten wird seit der Nacht auf Montag die grüne Grenze zwischen beiden Ländern bewacht.

Im Rahmen von Grenzkontrollen waren bereits in der Zeit von Samstag- bis Sonntagmorgen 97 illegale Einwanderer festgenommen worden. Diese hatten versucht, die Grenze von der Türkei in Richtung Bulgarien zu überqueren. Die darauf hin erfolgte Schließung der Grenze wurde mittlerweile auch vom bulgarischen Innenministerium bestätigt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Sofia.

1500 Polizisten sichern Grenzregion

Nun würden die Polizeieinheiten eine neue Taktik fahren. Jetzt wären sie physisch an der grünen Grenze präsent und würden jeden stoppen, der diese illegal überqueren wolle. Dann würden die türkischen Kollegen informiert, um die Illegalen wieder in Empfang zu nehmen. Darüber hinaus würden 300 weitere Polizisten an der Grenze geschickt und dort mit einer großen Menge von ATV-Geräten präsent sein. Speziell ausgebildete Hunde arbeiten bereits mit den Beamten vor Ort. Das Polizeiaufgebot an der 288 Kilometer langen Grenze ist nun 1500 Mann stark.

Derzeit verfügt Bulgarien über eine Aufnahmekapazität von 5000 Migranten. Allerdings sollen seit Anfang 2013 bereits 10.000 ins Land geströmt sein. Bulgarien gilt als das Tor zur Europäischen Union. Genutzt wird es derzeit vor allem von syrischen Flüchtlingen, die über die Türkei in den Westen wollen. Viele von ihnen versuchen das auf illegalem Weg. Um die nicht enden wollenden Flüchtlingsströme zu bewältigen, hofft das Land seit längerem auf Hilfen aus der EU. In der Türkei halten sich derzeit bereits rund 600.000 syrische Flüchtlinge auf (mehr hier).

Eine umstrittene Maßnahme, um Menschen daran zu hindern, ins Land zu kommen, ist unterdessen fast abgeschlossen. Der Zaun, den die bulgarischen Behörden über einen 30 Kilometer langen Abschnitt der bulgarisch-türkischen Grenze erreichten lassen, wird im Februar nächsten Jahres fertig sein. Bulgarien will so eine humanitäre Krise verhindern und die Ströme in legale Bahnen lenken. Auch Griechenland will sich so schützen (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Bulgarien-Wahl: Türken-Partei erringt 33 Parlamentssitze
Einwanderungsland Türkei: Bulgaren und Aserbaidschaner dominieren das Bild
Markenstreit: Griechenland und Bulgarien wollen türkische Produktnamen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.