Wahlhelfer in Sozialen Netzwerken​: Erdoğan beauftragt 6000 Personen

In der Türkei finden im kommenden Jahr die Kommunalwahlen statt. Die Opposition möchte, dass die AKP unterliegt. Doch Premier Erdoğan hat sich eine neue Strategie ausgedacht. So soll zunehmend in den Sozialen Netzwerken für die AKP geworben werden. Tausende Personen aus dem Bereich der Sozialen Medien wurde hierzu beauftragt.

Für die anstehenden Kommunalwahlen im März 2014 hat sich Premierminister Erdoğan eine besondere Strategie der Wählerstimmen-Mobilisierung einfallen lassen. Insgesamt 6000 Personen sollen sich im „Koordinations-Zentrum für Soziale Medien“ der AKP für Wahlwerbung in den Digitalen Medien einsetzen.

Aktuell arbeiten die Social Media Manager, Netzwerker und Grafiker der AKP an Werbevideos und Strategien, um möglichst viele Menschen erreichen zu können. Offenbar hat Erdoğan aus den Gezi Park-Protesten gelernt und erkannt, dass Massen-Mobilisierung am besten über Soziale Netzwerke läuft. Denn die AKP-Regierung hatte sich im Zuge der Massenproteste über eine Politik der Desinformation in Sozialen Medien beschwert, berichtet Today`s Zaman.

In der Türkei gibt es aktuell 36 Millionen regelmäßige Internet-User. Bei einer Bevölkerung von 75 Millionen Menschen sind das 44,4 Prozent, berichtet Radikal. Premier Erdoğan ist der populärste Politiker auf Facebook. Er hat 2,682.189 Likes. CHP-Vorsitzender Kemal Kılıçdaroğlu hat 1.530.398 Likes und liegt somit auf Platz zwei.

Doch auf Twitter ist Abdullah Gül mit 3.891.002 Follower Spitzenreiter unter den Politikern. Darauf folgt Erdoğan mit 3.626.87 Follower. Kemal Kılıçdaroğlu hat nur 1.505.147 Follower.

Die Sozialen Medien wurden auch im US-Wahlkampf 2012 wirkungsvoll eingesetzt. Die Twitter-Seite von Barack Obama hatte bis in den November hinein insgesamt 24,1 Million Follower. Sein Account lag somit im Top Ten Ranking der beliebtesten Accounts der Welt auf Platz sechs, berichtet die das Medienunternehmen Infopaq GmbH in einer Analyse. Die Sozialen Medien seien ein „entscheidender Faktor für den Wahlsieg Obamas“ gewesen.

Im Zuge des Wahlkampfs war Twitter mit mehr als sechs Millionen Tweets der populärste Kommunikationskanal. An zweiter Stelle stand Facebook mit mehr als 1,2 Millionen Posts, berichtet Infopaq.

Die US-Psychologin Pamela Rutledge schreibt in einem Artikel auf ihrem Blog, dass Romney die Rolle von Internet-Memen unterschätzt habe. Ein Internet-Meme ist ein Gedanke, der in Form von Bildern mit und ohne Schrift im Internet kursiert.

Beispiele für Memen aus dem US-Wahlkampf 2008:

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