Programm für 2014: UNESCO würdigt türkische Intellektuelle

Die UNESCO hat angekündigt, dass sie in ihrem Programm für das kommende Jahr die Todestage einiger herausragender türkischer Geister würdigen will. Auch den 100. Geburtstag des Museums für türkische und islamische Kunst wolle man begehen.

Nach Angaben der nationalen UNESCO-Kommission der Türkei, hat die 37. UNESCO-Generalkonferenz Halide Edip Adivar, Ismail Gaspirali und Matrakci Nasuh in ihr Aktionsprogramm für das Jahr 2014 aufgenommen, berichtet turkishnews.com.

Halide Edip Adıvar (1884 – 1964) war eine türkische Schriftstellerin und feministische Politikerin. Noch heute sind ihre Romane in der Türkei ausgesprochen beliebt. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der Türkischen Republik und war mit der Emanzipation der türkischen Frau beauftragt.

Adıvar war eine Weggefährtin Mustafa Kemal Atatürks und organisierte im Rahmen des türkischen Befreiungskriegs die Frauen im Volk. Später kam es zum Bruch mit Atatürk. Im Jahr 1924 verließ sie das Land gemeinsam mit ihrem Ehemann und kehrte erst 1939 wieder zurück in die Türkei.

İsmail Gaspıralı (1851 – 1914) hingegen war ein krimtatarischer Intellektueller, Pädagoge, Verleger und Politiker. Er gilt als erster muslimischer Intellektuelle im Russischen Reich und war ein Anhänger der Einheit aller Turkvölker.

Gaspıralıs Ideen von der sprachlichen und kulturellen Einheit der Turkvölker übte eine große Faszination auf den späteren Republiksgründer Atatürk aus. Für Gaspıralı spielte die türkische Sprache deshalb eine so große Rolle, weil er sich der Sprache als Kulturträger bewusst gewesen ist. Das Aussterben einer Sprache bedeutete für ihn auch gleichzeitig das Aussterben einer Kultur.

Matrakçı Nasuh Efendi (1480 – 1564) ist auch als Nasuh der Schwertkämpfer bekannt. Er war ein osmanischer Universalgelehrter, Mathematiker, Historiker, Geograph, Kartograph, Schwertmeister, Navigator, Maler und Miniaturist. Insbesondere in den Bereichen der Mathematik und der Geometrie hat er bedeutende Werke hervorgebracht. Dazu gehören die Bücher Cemâlü’l-Küttâb, Kemalü’l- Hisâb und Umdetü’l-Hisâb’ı I. Auch aus den anderen Bereichen liegen mehrere Bücher vor.

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