Russland: 73 Prozent der Bürger wollen Abschiebung von Einwanderern

Rassismus in Russland scheint ein weit verbreitetes Phänomen zu sein. Russlands Slawen sind immer weniger bereit, mit anderen Ethnien zusammen zu leben. Sie fühlen sich trotzt ihrer politischen und zahlenmäßigen Überlegenheit von Einwanderern bedroht.

Die Russische Föderation ist ein Vielvölkerstaat, in dem die Menschen über die Jahrhunderte hinweg zusammen gelebt haben. Doch immer mehr Russen wollen davon nichts mehr wissen. So wünschen sich 73 Prozent aller Russen die sofortige Abschiebung aller Einwanderer in ihre Heimatprovinzen, berichtet RFE/RL. Weitere 66 Prozent stimmen dem Slogan „Russland den Russen“ zu.

„Um Nationalismus und Rassismus in Russland zu verstehen, muss man auch begreifen, dass sich die Russen trotz ihrer politischen, kulturellen und zahlenmäßigen Dominanz als Volk ohne Staat ansehen“, zitiert The Nation Sean Guillory von der Universität Pittsburgh.

Die Ressentiments gegen Nicht-Slawen in der Bevölkerung ist auch den Politikern in Russland bewusst. Sie nutzen die Stimmungslage, um gezielt von der Korruption im Land abzulenken (mehr hier).

So kam es Mitte Oktober zu ethnischen Unruhen in Moskau. Hunderte Rechtsradikale stürmten einen von Kaukasiern betriebenen Großmarkt. Anschließend lieferten sie sich Straßenschlachten mit der Polizei. 23 Personen wurden verletzt. Auslöser für die rechten Übergriffe soll die Ermordung des 25-jährigen Russen, Yegor Shcherbakov, gewesen sein.

Shcherbakov und seine Freundin sollen auf dem Nachhause-Weg von einem „nicht-slawisch aussehenden“ Mann belästigt worden sein. Es kam zum Handgemenge und der Nicht-Russe zog ein Messer und stach auf Shcherbakov ein (mehr hier).

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