Ex-Beatle Paul McCartney: Putin muss Greenpeace-Aktivisten freilassen

In den Fall der in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten hat sich jetzt ein musikalisches Schwergewicht eingeschaltet. Ex-Beatle Paul McCartney hat sich persönlich an Präsident Wladimir Putin gewandt. In einem offenen Brief auf seiner Internetseite setzt er sich für Arctic 30-Crew ein. Reagiert hat Putin bisher nicht.

Sir Paul McCartney ist bekannt dafür, Ungerechtigkeiten nicht stillschweigend hinzunehmen. Erst im Mai hat er der inhaftierten Maria Aljochina von der Punkband Pussy Riot in zwei offenen Briefen an die russische Führung seine Unterstützung zugesichert. Jetzt mischt er sich in den Fall der festgenommenen Greenpeace-Crew ein. Putin jedoch schweigt beharrlich.

Über Twitter machte Paul McCartney an diesem Donnerstag auf seinen neuen Homepage-Eintrag aufmerksam.

Höflich, aber dennoch bestimmt, fordert McCartney Putin dazu auf, die 28 Greenpeace-Aktivisten und die zwei freischaffenden Journalisten freizulassen. Mittlerweile befinden die Arctic 30 in einer Haftanstalt in  St. Petersburg. Zuvor waren sie in der Hafenstadt Murmansk inhaftiert. Die Anklagepunkte sind hanebüchen und lauten auf Rowdytum und Piraterie. Die Aktivisten hatten von der unter niederländischer Flagge laufenden Arctic Sunrise aus eine Bohrinsel des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom geentert. Mit der Aktion wollten sie gegen den Abbau von Bodenschätzen in der Arktis-Region protestieren. Die russische Küstenwache schritt ein und nahm sie fest.

Seit gut neun Wochen sitzen sie nun bereits in russischen Gefängnissen. In seinem Brief schreibt der Musiker hierzu:

„Wladimir, Millionen Menschen in vielen Ländern wären unendlich dankbar, wenn Sie einschreiten würden, um diese Angelegenheit zu beenden. Ich verstehe natürlich, dass die russischen Gerichte und die russische Präsidentschaft zwei getrennte Bereiche sind. Trotzdem frage ich mich, ob es für Sie möglich wäre, zu tun, was in Ihrer Macht steht, damit die Inhaftierten wieder mit ihren Familien zusammenkommen?“

Der Künstler versucht es auch über die emotionale Ebene. Schließlich haben sich er und der Präsident bereits persönlich kennen gelernt. Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte er vor rund 100.000 Menschen ein Konzert auf dem Roten Platz in Moskau gegeben. Auch Putin war damals anwesend:

„Vor 45 Jahren habe ich einen Song über Russland für das Weiße Album geschrieben; damals war es nicht gerade angesagt für uns Engländer, was Nettes über Ihr Land zu sagen. Der Song enthält einige meiner Lieblingszeilen von den Beatles: “Been away so long I hardly knew the place, gee it’s good to be back home.” (Ich war so lange weg, dass ich den Ort kaum noch kannte – Mann, ist das toll, zurück zu sein”). Könnten Sie diese Zeilen für die Greenpeace-Aktivisten wahr machen?“

Während der russische Präsident sich bisher nicht zu den Forderungen des Popstars vom 14. Oktober 2013 äußert, hat mittlerweile jedoch der russische Botschafter reagiert. Eine zufriedenstellende Antwort sieht jedoch anders aus.

McCartney antwortete entsprechend:

Unter den in Russland inhaftierten 30 Greenpeace-Aktivisten befindet sich auch die Türkin Gizem Akhan. Bei einer Verurteilung wegen Piraterie drohen ihr bis zu 15 Jahre Gefängnis. Zunächst bestand Hoffnung, dass sie gegen Kaution freigelassen werden könnte. Doch ein Regionalgericht in Murmansk hat ihr Kautionsgesuch abgelehnt. Die Mutter der Inhaftierten, Tülay Akhan, hat die türkische Öffentlichkeit dazu aufgerufen, ihre Tochter zu unterstützen (mehr hier).

Schon im Mai hatte sich McCartney für die damals im Hungerstreik befindliche Maria Aljochina eingesetzt. Auch damals plädierte er an das russische Ehrgefühl, vergebens.

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