Taifun-Opfer: Türkische Hilfsorganisation Kimse Yok Mu spendet eine Million Dollar

Die türkischen Hilfsorganisation Kimse Yok Mu öffnet ihren Notfall-Fonds für die Opfer des Taifuns „Haiyan“ auf den Philippinen. Mit einer Million Dollar soll den Menschen unter die Arme gegriffen werden. Die Not vor Ort ist unvorstellbar.

Kimse Yok Mu-Präsident İsmail Cingöz hat in den türkischen Medien angekündigt, den Opfern des Taifuns „Haiyan“ mit einer Million Dollar aus dem Notfall-Fonds der Hilfsorganisation zur Seite stehen zu wollen. Die finanzielle Unterstützung wird dort dringend gebraucht. Der stärkste jemals gemessene Sturm hat das Leben von elf Millionen Menschen durcheinander gewirbelt.

„Unser Such-und Rettungsteam ASYA ist im Katastrophengebiet. Sie arbeiten gemeinsam mit Helfern der Vereinten Nationen, des Roten Halbmonds , des türkischen Katastrophenschutzes, der Türkischen Internationalen Agentur für Zusammenarbeit und lokalen Behörden“, zitiert die türkische Zeitung Zaman Cingöz. Bisher hätten sie 25 Tonnen an Hilfsgütern verteilt und sich einen ersten Eindruck vom Katastrophengebiet verschaffen können. „Wir haben beschlossen, nun eine weitere Million Dollar zu spenden.“ Intensiv werde zudem daran gearbeitet, weitere Freiwillige für das ASYA-Team zu gewinnen.

Tote prägen das Straßenbild

Die Zahl der Todesopfer hat mittlerweile die 10.000er-Marke überschritten. İsmail Büyükay vom ASYA-Team beschreibt die Lage: „Die Situation ist einfach herzzerreißend. An den Straßenrändern liegen Leichensäcke. Überall sind Plünderer. Die Menschen waten durch Schlamm und Dreck auf der Suche nach Essbarem.“ Das, was bisher an Hilfe auf den Philippinen angekommen sei, wäre noch lange nicht genug. Nach wie vor stünden Nahrung, Wasser, Medikamente, Hygieneartikel und Zelte ganz oben auf der Prioritätenliste.

Baldiger Ausbruch der Anarchie befürchtet

Der stark zerstörte Flughafen von Tacloban ist weiterhin für militärische Flugzeuge und Helikopter geöffnet. Die gesamte Stadt riecht nach Tod. Kirchen und viele Häuser dienen als Lagerräume die toten Körper. Derzeit werden Massenbestattungen vorgenommen. Die angespannte Sicherheitslage verzögert jedoch die Hilfsmaßnahmen. Es kommt zu tödlichen Schießereien, Menschen sterben bei Plünderungsaktionen. Die hiesigen Behörden fürchten den baldigen Ausbruch der Anarchie. UN-Angaben wurden mehr als elf Millionen von Taifun „Haiyan“ betroffen. 673.000 Menschen sind obdachlos.

Mit mehr als 310 Kilometer pro Stunde war der Taifun „Haiyan“, in dem Moment, da er auf das Festland traf, der stärkste jemals gemessene Sturm. Nun wird darüber spekuliert, ob ein Wandel des Klimas dahintersteckt. Auf der UN-Klimakonferenz in Warschau werden die Folgen des Klima-Wandels diskutiert. Der ehemalige deutsche Umweltminister Klaus Töpfer sagte, der Taifun sei eine Vorahnung dessen, was sich durch den Klimawandel an Natur-Katastrophen in den kommenden Jahren ereignen werde (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Taifun auf den Philippinen: „Haiyan“ war der stärkste jemals gemessene Sturm
Nach dem Taifun „Haiyan“: Türkei sendet Philippinen 90 Tonnen an Hilfsgütern
Hilfe für die Philippinen: Erstes türkisches Flugzeug gelandet

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.