Drohung gegen Muslime: Aufgespießte Schweineköpfe vor Moschee in Leipzig

Müssen Muslime in Leipzig um ihr Leben fürchten? Diesen Eindruck vermittelt ein Vorfall auf dem Baugelände einer neuen Moschee. So wurden auf dem Gelände fünf gepfählte Schweineköpfe abgelegt. Der Staatsschutz ermittelt.

Der Moschee-Streit in Leipzig hat einen gefährlichen Höhepunkt erreicht. Bisher Unbekannte haben auf dem Gelände des Baugeländes der geplanten Moschee fünf Schweineköpfe aufgespießt.

Die fünf blutigen Köpfe wurden mit Holzpfählen aufgespießt. Zudem wurden Blutlachen auf dem Gelände entdeckt. Einige Holzlatten des Moschee-Anbaus sollen Feuer gefangen haben, berichtet hna.de. Warum denn nun ausgerechnet fünf Schweinköpfe aufgespießt wurden und nicht mehr oder weniger ist unklar.

Doch der Bundesvorsitzende der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, zeigt sich unbeeindruckt. „Das bringt uns nicht außer Fassung“, zitiert ihn lvz-online.de. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat sich im Namen aller Leipziger bei der Ahmadiyya-Gemeinde entschuldigt. Auch die Leipziger CDU zeigt sich mittlerweile empört über die Stimmung in der Stadt. Zuvor hatte sie sich eher passiv verhalten.

„Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut und es ist Aufgabe aller, sie zu schützen und zu verteidigen, unabhängig, ob und welchen Glauben man lebt“, zitiert lvz-online.de Robert Clemen, Vorsitzender der Leipziger Union.

Doch viele Leipziger sind gegen den Bau des Gotteshauses. Die Bürgerinitiative „Gohlis sagt Nein!“ stellt sich gegen das Bauvorhaben und demonstriert auf den Straßen. Die NPD möchte sich die anti-islamische und fremdenfeindliche Stimmung zu Eigen machen. Doch unter den Moschee-Gegnern befinden sich auch viele Normal-Bürger. Zuvor hatte die NPD die Menschen mit dem Slogan „Maria statt Scharia“ mobilisiert.

Was sie nicht wissen: Die Mutter Jesus Christi und Jesus selbst werden von Muslimen verehrt. Sie gilt im Islam als eines der wichtigsten Frauen der Religion und wird Maryam genannt. Jesus selbst kommt ein Propheten-Status zu.

Der Pfarrer der Thomaskirche, Christain Wolff, unterstützt den Bau der Moschee. „Zwischen Größenwahn und Schrebergarten – da bewegt sich Leipzig“, so Wolff. Zudem gibt es auch eine Bürgerbewegung, die sich für den Bau der Moschee einsetzt. Sie nennt sich „Leipzig sagt Ja!“. Im Netz hat sie 1.769 Unterstützer aus Leipzig (mehr hier).

In der vergangenen Woche wurde vor einer Moschee Krefeld eine Reichkriegsflagge gehisst (mehr hier). Im März hatte die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) angesichts der sich häufenden Anschläge Polizeischutz für alle Moscheen in Deutschland gefordert (mehr hier).

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