Der Hausbrand von Backnang: Opfer-Angehöriger wirft Behörden Vertuschung vor

Die Erinnerung an die Brandkatastrophe von Backnang reißt nicht ab. Insbesondere die Angehörigen der Opfer sind betroffen und erkennen die offizielle Brandursache nicht an. Sie sind überzeugt davon, dass die Tragödie durch einen Brandanschlag ausgelöst wurde. Dafür gebe es Beweise. Doch die seien vertuscht worden.

Die Spekulationen um die Brandkatastrophe im baden-württembergischen Backnang laufen weiter. Ein Angehöriger der acht verbrannten Menschen meldet sich zu Wort und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden.

Die Brandursache sei von der Polizei bewusst vertuscht worden, zitiert die Zeitung Bugün den Bruder der verstorbenen Nazli Özcan Soykan, Satılmış Özcan. Özcan sagte der Zeitung:

„Wir sind überzeugt davon, dass es ein Anschlag war. Denn die Fenster der Eingangstür des Hauses waren von außen eingeschlagen. An der Wand des Hauses war eine Hakenkreuz-Schmiererei, die später weggewischt wurde. Um das Haus herum sind drei bis vier Überwachungs-Kameras. Ich habe von unserem Anwalt verlangt, dass er die Aufzeichnungen besorgt. Das hat er getan. Doch wichtige Sequenzen sind zuvor einfach gelöscht worden.“

Die Brandkatastrophe von Backnang ereignete sich im März. Bei der Katastrophe kamen die 40-jährige Nazli Özcan Soykan und ihre acht minderjährigen Kinder ums Leben. Unter dem Eindruck der Brandanschläge der vergangenen Jahre, gingen viele Deutsch-Türken von einer rechten Tat aus. Die Behörden hingegen schlossen eine rechte Tat aus. Das Misstrauen der Deutsch-Türken in die Behörden ist angesichts des NSU-Skandals sehr groß (mehr hier).

Nach offiziellen Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Brand von Backnang offenbar versehentlich ausgelöst. Ein technischer Defekt soll nicht vorgelegen haben. Alle Befunde sprechen für eine fahrlässige Brandverursachung durch den Umgang mit offenem Feuer oder mit einem glimmenden Gegenstand in der Wohnung.

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